Der Partners Group läuft die Zeit davon. Der Vermögensverwalter muss rund sechs Milliarden Euro an Schulden bei drei Portfolio-Gesellschaften refinanzieren. Das erhöht den Druck von Investoren auf eine der grössten europäischen Privatmarkt-Firmen.

Der alternative Vermögensverwalter aus Zug muss Fristen verlängern. Es geht um Schulden bei Emeria SASU, der Ammega Group und Breitling. Alle drei Unternehmen haben Milliarden-Schulden, die 2027 bis 2028 fällig werden. Das ist eine knappe Frist in der Unternehmensfinanzierung. Die Kredite aller drei Firmen handeln weit unter ihrem Nennwert. Dies deutet auf eine finanzielle Belastung hin. Zudem wurden die Bonitätsratings auf das niedrigste Ramsch-Niveau herabgestuft.

Am morgigen Dienstag, dem 1. September, legt Partners Group das Geschäftsergebnis für das erste Halbjahr 2026 vor. Investorinnen und Investoren erhoffen sich dabei Informationen über die Performance-Erträge, Details zur Entwicklung im zugrunde liegenden Geschäft seit dem letzten Update sowie den Ausblick.

Zur Erinnerung: Im Juli berichtete der Privatmarktspezialist über die Entwicklung der verwalteten Vermögen im ersten Halbjahr. Damals wurde der Anteil der Performance-Erträge auf unter 20 Prozent der Gesamteinnahmen gesenkt. Die Aktien gaben daraufhin um rund 6 Prozent nach. Derweil lagen die Kapitalzusagen von Kunden im ersten Semester 2026 bei 16,0 Milliarden US-Dollar (nach 12,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum). Seine Wachstumsprognosen hatte Partners Group im Juni allerdings trotz Rückgabeforderungen von Kunden in Höhe von 26 bis 32 Milliarden Dollar bestätigt.

Refinanzierung und sinkende Bewertungen

Partners Group muss womöglich zeitgleich Geld für mehrere Refinanzierungen beschaffen. Das bringt die Firma weiter in Bedrängnis. Der Finanzkonzern steckt in einer seiner turbulentesten Phasen seit der Gründung vor drei Jahrzehnten. Eine Welle von Kundenabflüssen, eine Leerverkäufer-Attacke und ein eingebrochener Aktienkurs setzten das Top-Management in den vergangenen Monaten unter Druck.

Partners Group hat vor Kurzem die Bewertungen von Ammega und Emeria gesenkt. Als Grund nannte das Unternehmen schlechtere Marktbedingungen und operative Leistungen. Partners-Group-Mitgründer Alfred Gantner ist derzeit Verwaltungsratspräsident von Breitling. Der Uhrenhersteller kämpft mit einer schwächeren Nachfrage nach Luxusuhren.

«Diese drei Unternehmen befinden sich nicht in einer Notlage», sagte Ben McLean in einer Stellungnahme. Er ist Managing Director für Private Equity bei Partners Group in Zug. «Wir vertrauen auf die Zahlen.»

Gläubiger der drei Firmen zeigen sich zunehmend frustriert über das Vorgehen von Partners Group. Die Kommunikation über die Pläne sei mangelhaft gewesen. Das berichten Personen, die mit der Situation vertraut sind. Die Investoren wollen wissen, ob Partners Group die Kapazität hat, alle drei Unternehmen gleichzeitig zu unterstützen. Falls nicht, wollen sie wissen, welches Unternehmen Priorität hat.

Partners Group verwaltet mehr als 185 Milliarden Dollar an Vermögenswerten. Diese verteilen sich auf Private Equity, Private Credit, Infrastruktur und Immobilien. Ein Sprecher wollte sich nicht weiter zur Refinanzierung oder zur Kommunikation mit den Investoren äussern. Auch Sprecher von Emeria, Ammega und Breitling nahmen vorerst keine Stellung.

Breitere Auswirkungen

Die Situation könnte auch Teile des europäischen Marktes für gehebelte Kredite belasten. Die Schulden der drei Unternehmen werden von Managern von Collateralized Loan Obligations (CLOs) gehalten. Diese bündeln Kreditteile von Firmen wie Emeria und verkaufen sie als Anleihen weiter. CLOs sind die grössten Käufer von gehebelten Krediten. Sie haben aber Obergrenzen für den Anteil an hochriskanten CCC-Anleihen. Manche Manager könnten sich daher entscheiden, die Schulden mit hohen Abschlägen zu verkaufen.

Unter den drei Unternehmen bereitet Emeria den Gläubigern die grössten Sorgen. Der französische Immobilienverwalter sitzt auf einem Schuldenberg von rund 3,5 Milliarden Euro. Diese Kredite entstanden vor allem während einer expansiven Wachstumsphase.

Das Unternehmen muss seine Schulden vor den Fälligkeiten im Jahr 2028 reduzieren. Partners Group prüft eine Spritze von 200 Millionen Euro, wie Bloomberg berichtete. Den Gläubigern reicht das scheinbar nicht. Zwei Geldgeber sprachen von nötigen Summen zwischen 500 Millionen und 600 Millionen Euro. Nur so könne die Verschuldung auf ein tragfähiges Niveau gesenkt werden. Die Gläubiger haben sich bereits mit Beratern für Verhandlungen organisiert.

Hohe Verschuldung

Die Schulden von Emeria in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro werden ab 2027 fällig. Ein Kredit über rund zwei Milliarden Euro läuft 2028 aus. Analysten von Fitch sprachen im Juni von einem «erhöhten Refinanzierungsrisiko». Ende 2025 lag der Verschuldungsgrad beim mehr als Elffachen des Gewinns.

Unternehmen refinanzieren grosse Schulden gewöhnlich mindestens zwölf Monate vor Fälligkeit. So verhindern sie negative Auswirkungen auf Bonitätsratings und Kennzahlen.

Der Förderbandhersteller Ammega kämpft ebenfalls mit einer hohen Verschuldung. Dies könnte laut Fitch die Refinanzierung erschweren. Partners Group hat 2024 Ausstiegsstrategien geprüft. Bisher führte aber kein Weg zum Erfolg.

«Die ersten Anzeichen für die finanzielle Gesundheit von Ammega sind in diesem Jahr gut», sagte McLean von Partners Group. «Das Unternehmen verzeichnet ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich.»

Der Schweizer Uhrenhersteller Breitling AG gehört Partners Group zusammen mit CVC Capital Partners. Breitling hat vor Kurzem dutzende Mitarbeiter entlassen. Das Unternehmen leidet unter einer schwächeren Luxusnachfrage und höheren Kosten.

«Das sind Unternehmen der Realwirtschaft», sagte McLean. «Sie verfügen in der Regel über widerstandsfähige Margen und starkes langfristiges Wachstumspotenzial.»

(Bloomberg/cash)

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