Im ersten Halbjahr 2026 warb dPartners Group bei ihren Kunden rekordhohe 16 Milliarden Dollar an neuen Geldern ein, wie Partners Group am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Damit übertraf das Unternehmen Analystenschätzungen leicht. Insgesamt verwaltete Partners Group zur Jahresmitte 186 Milliarden Dollar. «80 Prozent des Geschäfts stehen gut da», sagte Konzernchef David Layton in einer Investorenkonferenz. «Bei 20 Prozent gibt es meiner Ansicht nach jedoch noch Nachholbedarf.»
Anfang Juni sah sich Partners Group gezwungen, die Rücknahme von Anteilen eines milliardenschweren «Evergreen»-Fonds zu begrenzen, weil sonst Notverkäufe der zugrunde liegenden Investitionen gedroht hätten. Die Ankündigung löste bei Partners Group, deren Aktien im Schweizer Leitindex SMI notiert sind, einen Kurssturz aus, und Anleger setzten ein Fragezeichen hinter die mittelfristigen Wachstumsaussichten der Gesellschaft. Doch für das Gesamtjahr 2026 stellte die Private-Equity-Gesellschaft nun weiterhin eine Brutto-Kundennachfrage von 26 bis 32 Milliarden Dollar in Aussicht.
Die Rücknahmewelle bei ausserbörslichen Anlagen hatte im vergangenen Jahr im Private-Credit-Markt begonnen, als die Anleger ein Fragezeichen hinter die Bewertungen, Kreditvergabestandards und den Umgang von Softwarefirmen mit Künstlicher Intelligenz setzten. Mit dem Partners-Group-Fonds griffen die Abflüsse im laufenden Jahr dann auch auf Private-Equity-Anlagen über. Vor allem Privatkunden wollen sich zunehmend von ausserbörslichen Anlagen trennen, indem sie Anteile an die Fondsanbieter zurückgeben. Diese reagieren schneller auf Unsicherheiten als Profi-Anleger wie Pensionskassen, Versicherer oder Staatsfonds, die wichtigste Kundengruppe der Branche.
Bei Partners Group betrafen die Abzüge bisher vor allem drei Evergreen-Fonds, während über 30 weitere ähnliche Anlagegefässe Zuflüsse verbuchten. Bei herkömmlichen Anlagen in nicht börsennotierte Unternehmen (Private Equity), Infrastruktur (Private Infrastructure) oder Firmenkredite (Private Credit) ist das Geld über die Laufzeit von oftmals zehn Jahren gebunden, Evergreen-Fonds können dagegen in begrenztem Ausmass versilbert werden. Doch Fondshäuser können die Abzüge pro Quartal üblicherweise bei fünf Prozent des Fondsvolumens deckeln. Zu diesem sogenannten «Gating» kam es auch bei einer Reihe von Fonds anderer Anbieter.
Partners Group erklärte nun, Evergreen-Anteile im Volumen von 3,8 Milliarden Dollar seien zurückgegeben worden. Dem hätten Neuverpflichtungen von 4,2 Milliarden Dollar gegenübergestanden. Doch die Rückgaben von Fondsanteilen dürften anhalten und das Wachstum der verwalteten Vermögen in den kommenden 18 Monaten insgesamt um ein bis zwei Prozent bremsen. Mittelfristig könnten weitere zehn bis 20 Milliarden Dollar aus älteren Evergreen-Fonds abgezogen werden, warnte die Firma. Diese Abflüsse dürften allerdings durch Zuflüsse in andere Anlagevehikel dieser Art ausgeglichen werden.
Auf die Frage eines Analysten, ob Partners Group genügend Mittel erarbeite, um die hohe Dividende zu finanzieren, erklärte Layton, er gehe gegenwärtig zwar nicht von einer Veränderung der Dividendenpolitik aus. «Ich erwarte bei unserer nächsten Verwaltungsratssitzung eine Debatte über Aktienrückkäufe im Vergleich zu Dividenden», fügte er hinzu. Die Aktie sei gegenwärtig auf einem attraktiven Niveau für Käufe.
(Reuters)

