Durchschnittlich verzinsten die Vorsorgeeinrichtungen die Altersguthaben 2025 nach Abzug der Inflation mit 4,6 Prozent. «Das ist die höchste Realverzinsung seit 25 Jahren», heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Pensionskassenstudie der ZKB-Tochter Swisscanto.
Die Unterschiede bei der Verzinsung sind laut der Analyse jedoch «enorm». So hätten die erfolgreichsten 10 Prozent der Pensionskassen eine reale Verzinsung von 9,25 Prozent erzielt, während die schwächsten Kassen lediglich auf 2 Prozent kamen. Allein im vergangenen Jahr betrug die Differenz damit mehr als 7 Prozentpunkte.
Gemäss den Swisscanto-Daten ergibt sich über die vergangenen fünf Jahre zwischen einzelnen Pensionskassen eine Differenz von bis zu 26 Prozentpunkten. Bei einem durchschnittlichen Altersguthaben von rund 200'000 Franken hätten erfolgreiche Kassen ihren Versicherten dadurch nach fünf Jahren rund 52'000 Franken mehr gutgeschrieben. Die Unterschiede bei der Verzinsung seien hauptsächlich auf die erzielten Anlagerenditen zurückzuführen, heisst es.
Erstmals mehr Kapital- als Rentenbezüge
Im Jahr 2025 wurden zudem mit 51 Prozent erstmals mehr als die Hälfte der Altersguthaben in Kapitalform bezogen. Der Anstieg der Kapitalbezüge könnte laut Swisscanto den «Charakter der zweiten Säule» deutlich verändern. Der Versicherungsgedanke werde dadurch tendenziell verwässert.
Der «dritte Beitragszahler», also die Erträge aus den angelegten Pensionskassengeldern, gewinne zunehmend an Bedeutung. So hätten die Renditen zuletzt einen höheren Beitrag zum Vorsorgevermögen geleistet als die Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmenden zusammen. Dies gehe allerdings auch mit höheren Risiken einher. Während die Kassen mit den höchsten Renditen lediglich 18 Prozent ihres Vermögens in Obligationen investierten, lag dieser Anteil bei den schwächsten Kassen laut den Experten mehr als doppelt so hoch.
Die Aktienquote befindet sich derweil auf einem Höchststand. Die Top-Performer weisen mit 35,8 Prozent einen deutlich höheren Aktienanteil auf als Kassen mit tieferen Renditen. Diese halten im Durchschnitt lediglich 30,9 Prozent ihres Vermögens in Aktien.
(AWP)

