Analysten von Goldman Sachs und Bernstein senkten zum Wochenauftakt ihre Empfehlungen für die Aktie von AB Foods, sodass die Aktie nun mit fünf Verkaufsempfehlungen versehen ist – so viele wie seit Dezember 2015 nicht mehr, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Morgan Stanley, Citigroup und Jefferies vertreten eine ähnliche Ansicht.
Die Sorgen um die Modekette Primark, die 2025 fast die Hälfte des Umsatzes von AB Foods ausmachen sollte, nehmen zu, als das Unternehmen letzte Woche vor einem Rückgang der Weihnachtsumsätze im Vergleich zum Vorjahr gewarnt und die Aktien des Mischkonzerns daraufhin stark fallen liess. Die Analysten bewerten zwar die im November angekündigten Pläne von AB Foods zur Abspaltung des Einzelhändlers positiv, warnen aber davor, dass Primark den Aktienkurs weiterhin belasten wird. Die Aktien sind in diesem Monat um rund 14 Prozent gefallen.
«Die Margen von Primark werden sich nach der kurzfristigen Anpassung voraussichtlich nicht verbessern», schrieb der zuständige Goldman-Sachs-Analyst in einer Mitteilung. Die bestenfalls stagnierenden Margen führt er auf Investitionen des Unternehmens zurück, die dem rückläufigen flächenbereinigten Umsatz entgegenwirken sollen. Der Experte senkte sein Kursziel um 24 Prozent auf 1'750 Pence.
AB Foods, dessen Geschäftsfelder von Mode über Landwirtschaft bis hin zu Zuckerrohrplantagen reichen, gab letzte Woche bekannt, dass es in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld die Preisnachlässe deutlich erhöhen musste, um die Lagerbestände effektiv zu steuern - was wiederum den Gewinn schmälerte.
Bernstein: Primark muss wieder Preisführer sein
Neben Primarks begrenzter Online-Präsenz nannte der Goldman-Analyst auch den zunehmenden Wettbewerb durch chinesische Online-Händler und europäische Geschäfte. Primark sehe sich einer «ernsthaften Konkurrenz» durch die Billigmarke Lefties von Inditex ausgesetzt. Sowohl er als auch die Analysten von Bernstein warnten davor, dass die stärkere Ausrichtung des Einzelhändlers auf Konsumenten mit niedrigerem bis mittlerem Einkommen das kurzfristige Umsatzwachstum belasten könnte. Dieses Kundensegment leidet besonders stark unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten in Grossbritannien und den USA.
«Primark muss sich wieder stärker als Preisführer positionieren», schrieben die Bernstein-Experten in einer Mitteilung. «Die Preise sind mittlerweile so stark gestiegen, dass sie für einkommensschwache Konsumenten ohnehin zu hoch sind.» Und weiter heisst es in der Notiz: «Wir sind nicht überzeugt, dass die Pläne des Managements zur Verbesserung des Produktangebots und der Kundenbindung in Europa dies ausgleichen werden.»
(cash/Bloomberg)
