Im ersten Quartal sank der operative Gewinn aufgrund des kräftigen Absatzrückgangs in China und ‌Belastungen durch ⁠den erhöhten US-Importzoll um 22 Prozent auf 595 Millionen Euro. Vorstandschef Michael Leiters arbeitet nach dem Gewinneinbruch des vergangenen Jahres ⁠unter Hochdruck an einer Neuausrichtung, wie Finanzchef Jochen Breckner am Mittwoch erklärte. «Unsere Ambition ist klar: Porsche zu seiner vollen Stärke zurückzubringen.» Mit exklusiven Sportwagen sei Porsche ‌eine global starke Marke. Doch das Umfeld habe sich grundlegend geändert durch wachsende ‌Konkurrenz, mit dem Iran-Krieg noch wachsende Unsicherheit in der Weltwirtschaft und ​verlangsamter Umstellung auf Elektroautos.

Porsche kämpft das dritte Jahr in Folge mit sinkendem Absatz und Gewinnschwund. Im vergangenen Jahr war die operative Marge auf 1,1 Prozent abgesackt von 14,1 Prozent - ein Niveau, das für den Luxuswagenbauer lange selbstverständlich war. Bei einem um fünf Prozent geschrumpften Umsatz von 8,4 Milliarden Euro ergab sich von Januar bis März eine operative Rendite von 7,1 ‌Prozent, ein Rückgang um anderthalb Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Porsches Gewinn ging damit nicht so stark zurück wie von Analysten befürchtet, die nach der Umfrage des Prognosehauses Visible Alpha im Schnitt knapp 560 Millionen Euro erwartet hatten.

Absatz sinkt weiter

Der MDax-Konzern bekräftigte die Jahresprognose ​eines Umsatzes etwa auf Vorjahresniveau von 35 bis 36 Milliarden Euro und einer Rendite zwischen 5,5 ​und 7,5 Prozent. Diese enthält keinen Effekt durch einen lang andauernden Iran-Krieg. ​Bisher gab es keinen nennenswerten Bremseffekte. Nur zwei Prozent des globalen Absatzes macht Porsche bei den wohlhabenden Kunden der Golf-Staaten - ein Volumen, das woanders zu ‌verkaufen wäre.

Die Absatzprognose für 2026 präzisierte Breckner auf rund 250.000 Fahrzeuge nach knapp 280.000 im Vorjahr. In China, wo Porsche besonders unter Konkurrenzdruck steht, sollen die Verkäufe von zuletzt gut 40.000 auf etwas über 30.000 schrumpfen. Im ersten Quartal verkauften die Schwaben ​dort etwa ein ​Fünftel weniger als vor Jahresfrist. Porsche bleibe bei seiner Linie, ⁠trotz harten Wettbewerbs die Preise in China nicht zu senken, um Exklusivität ​zu sichern. Das Motto «value over volume» - ⁠also Werthaltigkeit geht vor Verkaufsvolumen - bleibe besonders in China unverhandelbar, betonte Breckner. Impulse erhoffe sich der Autobauer vom neuen Elektro-SUV ‌Cayenne, der auf der Messe in Peking gut angekommen sei.

Der im Januar angetretene neue Chef Leiters will die Volkswagen-Tochter wieder flottmachen. Das laufende Jahr werde ein Jahr der Neuausrichtung, erklärte Leiters. «Mit klaren Massnahmen machen wir ‌die Sportwagenschmiede schlanker und schneller», sagte er. «Zudem richten wir unser Produktportfolio noch konsequenter an den Wünschen ​unserer Kunden aus.» Die Gewinnschwelle müsse sinken. Im Herbst will er die aktualisierte Strategie auf einem Kapitalmarkttag vorstellen. Für Restrukturierung und Sonderbelastungen müsse Porsche in diesem Jahr bis zu 900 Millionen Euro aufwenden. Darin enthalten ist auch weiterer Personalabbau, über den noch mit dem ‌Betriebsrat verhandelt wird.

(Reuters)