Es gebe weiterhin Gegenwind von US-Importzöllen und der Luxussteuer in China. «Infolgedessen und aufgrund eines von Lieferengpässen selektiveren Produktangebots erwarten wir für dieses Jahr einen deutlich geringeren Fahrzeugabsatz», sagte Finanzchef Jochen Breckner am Mittwoch. Den Absatz zu steigern, ist dem neuen Vorstandschef Michael Leiters zufolge aber auch kein vorrangiges Ziel. «Wir schauen nicht auf das Volumen, ich ziehe es vor, hohe Margen statt Volumen zu haben.»
Der bisher eingeleitete Personalabbau sei nicht ausreichend, erklärte Leiters. Vor allem ausserhalb der Produktion sei das Unternehmen überproportional gewachsen und müsse weiter schrumpfen. Der bisher anvisierte Abbau von rund 4000 Stellen sei richtig. «Aber es gibt definitiv mehr zu tun.» Er wolle durch niedrigere Kosten die Gewinnschwelle senken, aber noch keine konkrete Zahl zum damit verbundenen Jahresabsatz nennen. «Es ist klar, dass Porsche kompakter wird als heute.»
Mit Blick auf eine Produktion in den USA, die Porsche noch nicht hat und deshalb von den US-Importzöllen hart getroffen ist, liege noch keine Entscheidung auf dem Tisch. «Das sieht überzeugend aus, wäre aber eine riesige Investition», sagte Leiters. Das brauche viel Zeit, weil nicht nur eine eigene Fabrik, sondern die gesamte Lieferkette aufgebaut werden müsste. Dazu wolle er etwas im Herbst sagen. Die Nachfrage in den USA sei derzeit trotz Preisanpassungen solide und stabil. In diesem Jahr erwartet Porsche Breckner zufolge erneut eine Belastung von rund 700 Millionen Euro.
In China sieht Leiters weiterhin Potenzial für Top-Modelle mit Verbrennungsmotoren. Bei Elektroautos sei die Lage schwieriger. Die Kostenstruktur müsse überdacht werden. Porsche wolle seine Marke schützen und am Preiskampf nicht teilnehmen. «Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die Produkte ansprechender machen für den chinesischen Markt.»
(Reuters)

