Schweizweit stiegen 2025 die Preise für Einfamilienhäuser um durchschnittlich 6,5 Prozent und für Eigentumswohnungen um 5,9 Prozent, wie der Hypothekenvermittler Moneypark und das auf Immobiliendaten spezialisierte Zürcher Startup Pricehubble am Dienstag mitteilten. Besonders im vierten Quartal 2025 habe die Preisdynamik in beiden Segmenten spürbar zugenommen.
Einen nicht ganz so starken Anstieg vermeldet der Immobilienberater IAZI. Dessen Daten zufolge war 2025 im gesamten Eigenheimmarkt ein Preiszuwachs von 3,7 Prozent zu verzeichnen. Nach einem Anstieg von lediglich 2,4 Prozent im Vorjahr habe sich die Preisdynamik damit gleichwohl spürbar erhöht.
Die Indizes von IAZI basieren auf tatsächlichen Handänderungen am freien Markt, die mit Bank-Hypotheken finanziert wurden. Derweil stützt sich Moneypark auf die von ihnen vermittelten Hypotheken, die Pricehubble-Modelle verwenden Transaktions- und Angebotsdaten für Wohnimmobilien.
Teure Einfamilienhäuser in der Deutschschweiz
Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen laut Moneypark/Pricehubble dabei 2025 in der Deutschschweiz (+7,0 Prozent) stärker als in der Westschweiz (+5,0 Prozent). Im zweiten Halbjahr nahmen die Preise in der Deutschschweiz um 3,8 Prozent und in der Westschweiz um 1,4 Prozent zu.
Stärker im Einklang entwickelten sich 2025 die Preise für Wohnungen. Diese erhöhten sich im Jahresvergleich in der Westschweiz um 6,0 und in der Deutschschweiz um 5,9 Prozent. Für die zweite Jahreshälfte beläuft sich das Plus auf 3,4 bzw. 3,6 Prozent.
Im zweiten Halbjahr 2025 habe sich zudem der Käufermarkt merklich belebt. Der Anteil an Neufinanzierungen erreichte mit 47 Prozent den höchsten Wert seit dem starken Zinsanstieg vor vier Jahren. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die SNB den Leitzins in mehreren Schritten von 1,75 auf null Prozent gesenkt hat.
Auch Renditobjekte teurer
IAZI hat auch die Entwicklung der Renditeobjekte untersucht. Auch bei Mehrfamilienhäusern und Objekten mit gemischter Nutzung setze sich die positive Preisentwicklung fort, heisst es. So sei die Zahlungsbereichtschaft auf Jahresbasis um 3,0 Prozent gestiegen und damit ebenfalls deutlich stärker als noch im Vorjahr (+1,1 Prozent).
Aktuell lasse sich der Immobilienmarkt weder durch konjunkturelle noch politische Indikationen stören. Er profitiere eher weiterhin von der stützenden Wirkung des Tiefzinsumfelds. Das Jahr 2026 bringe dann neben den konjunkturellen Herausforderungen auch noch einen richtungsweisenden politischen Entscheid. Denn das Stimmvolk entscheide über die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz». Eine mögliche Begrenzung der Zuwanderung könnte sich auch auf den Immobilienmarkt auswirken.
Mittelfristige Hypotheken bevorzugt
Bei der Finanzierung der Eigenheime bevorzugten die Käufer vermehrt mittelfristige und weniger langfristige Hypotheken. Dabei nahm auch der Anteil von Saron-Hypotheken zu. Viele dieser Hypothekarnehmenden spekulierten auf sinkende Hypothekarzinsen und warteten auf die passende Gelegenheit, um in eine Festhypothek zu wechseln, schreibt Moneypark.
Vor allem Neukäufer von Wohneigentum hätten im zweiten Halbjahr Geldmarkthypotheken nachgefragt. Fast jeder dritte Neukauf (29 Prozent) wurde über eine Saron-Hypothek finanziert. Bei Refinanzierungen waren es nur 14 Prozent. Vor allem einkommensstarke Käuferinnen und Käufer hätten Saron-Hypotheken gewählt.
(AWP)

