Der Bloomberg Subdial Watch Index, der die 50 meistgehandelten Zeitmesser nach Transaktionswert erfasst, legte 2025 um 8 Prozent zu. Zwar gaben die Preise im November leicht nach, doch erholten sie sich im vergangenen Monat dank der Käufe zur Feiertagssaison und stiegen auf den höchsten Stand seit Oktober 2023.

Dresswatches und kleinere, schmuckähnliche Modelle gewannen an Boden, befeuert durch Modetrends von Prominenten und unterstützt durch einen generationenübergreifenden Vermögenstransfer. Insbesondere Sammler der Generation Z suchen nach Eleganz und Einzigartigkeit statt nach den einst dominierenden klobigen Stahl-Sportmodellen. «Wir beobachten bei unseren Sammlern einen Trend hin zu kleineren, schmuckähnlichen Uhren», sagte Christy Davis, Mitgründerin des in London ansässigen Uhrenhändlers und Handelsplatzes Subdial.

Laut der Uhrenhandelsplattform Chrono24 stieg der Anteil von Cartier an den Ausgaben von Gen-Z-Kunden auf der Plattform 2025 auf 7,9 Prozent, gegenüber 2,1 Prozent im Jahr 2018. Über alle Altersgruppen hinweg erhöhte er sich von 3 Prozent auf 5,6 Prozent. «Der Markt für massivere Sportmodelle von Marken wie Rolex war in den vergangenen Jahren eine Achterbahnfahrt, und es fühlt sich an, als seien die Käufer ernüchtert», sagte Davis.

«Jüngere Kunden erkunden einzigartigere Uhren», fügte er hinzu und ergänzte, dass sich auch die traditionelle Geschlechtertrennung auflöse: Frauen tragen selbstbewusster grössere, markantere Designs, während Männer zu kleineren Modellen aus Edelmetall greifen.

Prominente wie Taylor Swift und Timothée Chalamet haben dazu beigetragen, kleinere Uhren an Handgelenken von Leuten zu normalisieren, die zuvor eher übergrosse Designs bevorzugten. Dieser kulturelle Wandel hat die Verkäufe bei Cartier und einigen unabhängigen Uhrmachern stark angekurbelt.

Ein Beispiel für diesen Trend ist F.P. Journe — ein relativ kleiner, aber bekannter unabhängiger Uhrenhersteller. Seine Modelle erzielten im vergangenen Jahr bei mehreren Auktionen Preise deutlich über den Schätzungen. Höhepunkt war Francis Ford Coppolas persönliche F.P.-Journe-FFC-Prototypuhr, die bei einer Uhrenauktion in New York einen Endpreis von 10,8 Millionen US-Dollar erzielte, nachdem sie auf über 1 Million US-Dollar geschätzt worden war.

Zeitmesser von F.P. Journe, die weitgehend als Dresswatches gelten, wurden laut von Subdial zusammengestellten Daten 2024 bei verschiedenen Auktionen zunächst etwa 6 Prozent über den Schätzungen verkauft und lagen gegen Ende des Jahres bei bis zu 120 Prozent über den Schätzpreisen – die grosse Coppola-Auktion ausgenommen.

Der Markt für Stahl-Sportuhren hat nicht vollständig an Dynamik verloren. So zählen die Patek Nautilus Perpetual Calendar 5740/1G-001 und die Patek Nautilus Rose Gold 5711/1R-001 laut Subdial weiterhin zu den Spitzenreitern. «Aber das Overton-Fenster hat sich erweitert», sagte Davis und verwendete damit einen Begriff für den Bereich von Ideen, die im Mainstream als akzeptabel gelten.

(Bloomberg)