Nachdem die Preise in den zentral gelegenen Vierteln in den Vorjahren stärker gesunken sind, stiegen sie im vergangenen Jahr wieder kräftiger als in den Aussenbezirken, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Mittwoch zu seiner Analyse mitteilte. Demnach deuten die Daten auf eine Rückkehr zu den Mustern der vergangenen Immobilienboomphase von 2006 bis 2022 hin: In Aufwärtsphasen legen die Preise in den Zentren stärker zu als in den Randbezirken.
Während das Preisverhältnis zwischen Zentrum und Randlage 2024 auf einen Wert von etwa 1,25 gesunken war, kletterte es im vergangenen Jahr auf 1,27. Das bedeutet, dass Wohnungen in zentralen Lagen im Schnitt rund 27 Prozent teurer sind als in Randlagen. Zum Vergleich: 1990 betrug der Aufschlag nur fünf Prozent. Er hat sich seitdem mehr als verfünffacht.
«Wir beobachten im Jahr 2025 eine Trendumkehr: Nachdem die Preise in den Stadtkernen während der Phase von steigenden Zinsen überproportional nachgegeben haben, sehen wir nun eine Gegenbewegung», sagte IfW-Projektleiter Jonas Zdrzalek. «Eine Hypothese ist, dass Wohnimmobilien in zentraler Lage aufgrund ihres geringeren Risikos sensitiver auf Veränderungen von Zinsen reagieren.»
In Städten wie Düsseldorf und München stiegen die Preise in den Zentren der Studie zufolge um fast vier beziehungsweise über drei Prozentpunkte stärker an als in den Aussenbezirken. Eine Ausnahme bildet Berlin: Hier war das Preiswachstum in den Randlagen knapp über einen Prozentpunkt stärker als im Zentrum. Dennoch kostet in der Hauptstadt der Quadratmeter in zentralen Lagen wie im Ortsteil Mitte mehr als doppelt so viel wie im günstigsten Bezirk Spandau.
In Köln zahlen Käufer in der Innenstadt mit etwa 6000 Euro je Quadratmeter fast doppelt so viel wie in Porz. Ähnlich hoch ist die Differenz in Frankfurt mit einem Aufschlag von rund 85 Prozent zwischen dem Bereich Westend/Innenstadt (7300 Euro) und Frankfurt West (4000 Euro).
München wiederum spielt preislich in einer eigenen Liga. Während der Quadratmeterpreis in Altstadt-Maxvorstadt bei 11'900 liegt, ist er selbst im günstigsten Viertel Moosach-Milbertshofen mit 7500 Euro höher als in den teuersten Lagen aller anderen deutschen Grossstädte. In Stuttgart ist das Preisgefüge am homogensten, fanden die Forscher heraus. Dennoch beträgt die Preisdifferenz zwischen dem teuersten Stadtviertel Mitte-Nord mit 5500 Euro und dem günstigsten Neckar-Ost mit 3600 Euro mehr als 50 Prozent.
(Reuters)

