Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) rechnet für das im Juli beginnende Geschäftsjahr 2027 mit Gewinneinbussen von ‌rund ⁠einer Milliarde Dollar nach Steuern. Die Kosten für Plastik, Papierverpackungen und Transport seien in die ⁠Höhe geschnellt, teilte der Hersteller von Marken wie Pampers-Windeln und Pantene-Shampoo am Freitag mit. Der Ölpreis ist seit ‌Ausbruch des Krieges von 60 auf rund 100 Dollar ‌pro Barrel gestiegen. Finanzchef Andre Schulten bezeichnete den ​Gegenwind als erheblich. P&G steht mit diesen Problemen nicht allein: Auch europäische Konkurrenten wie Nestle und der Nivea-Hersteller Beiersdorf hatten zuletzt vor höheren Kosten durch die Blockade der Strasse von Hormus gewarnt.

Trotz der düsteren Aussichten übertraf P&G im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Wall ‌Street, was die Aktie im frühen Handel um rund vier Prozent steigen liess. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 21,24 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag ​mit 1,59 Dollar ebenfalls über den Schätzungen von Analysten. Für das ​noch laufende Geschäftsjahr 2026 dämpfte das Management jedoch die ​Erwartungen: Der Gewinn je Aktie dürfte nur am unteren Ende der Zielspanne von null bis vier Prozent ‌Wachstum liegen. Allein im vierten Quartal rechnet das Unternehmen mit Mehrkosten von 150 Millionen Dollar durch teurere Rohstoffe und Logistikprobleme im Nahen Osten.

Die hohen Treibstoffkosten belasten zudem die US-Verbraucher, insbesondere ​in den ​unteren Einkommensschichten. «Die Inflation bei Lebensmitteln, Energie, ⁠Gesundheitsversorgung und vielen anderen Ausgaben hat den Verbrauchern zugesetzt», erklärte ​Finanzchef Schulten. Die jüngsten ⁠geopolitischen Ereignisse hätten die Sorgen auf ein neues Niveau gehoben. P&G-Chef Shailesh Jejurikar kündigte ‌an, trotz des schwierigen Umfelds die Investitionen zu erhöhen, um das Wachstum anzukurbeln. Zudem hofft der Konzern auf Rückzahlungen aus Washington: P&G hat in dieser ‌Woche damit begonnen, Zollerstattungen in Höhe von rund 150 Millionen Dollar ​zu beantragen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Februar entsprechende Sonderzölle für ungültig erklärt hatte.

(Reuters)