Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Energieanlagen fortgesetzt und dabei nach eigenen Angaben auch eine Pumpstation für eine Ölpipeline von Sibirien nach Belarus getroffen. Es handele sich um die Pumpstation Lasarewo in der Region Kirow, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntag auf Telegram mit. In der Nacht sei auch eine Ölraffinerie in der Region Saratow attackiert worden. Dies habe einen Grossbrand ausgelöst. Auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim kündigte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow unterdessen Einschränkungen für den Benzinverkauf an. Einen Grund nannte er nicht. Die Ukraine greift jedoch seit Monaten russische Treibstoffanlagen in der Nähe der Krim an.
Der Gouverneur der Region Kirow, Alexander Sokolow, berichtete von einer Drohnenattacke auf eine Anlage, nannte aber keine Details. Kirow liegt nordöstlich von Moskau und rund 1300 Kilometer von den ukrainisch kontrollierten Gebieten entfernt. Der Gouverneur der Region Saratow, Roman Busargin, sprach von Schäden an «ziviler Infrastruktur». Einzelheiten liess er offen. Die Region an der Wolga verfügt über mehrere Ölraffinerien und war bereits wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe. Auch die Gouverneure der an die Ukraine grenzenden Regionen Rostow, Woronesch und Belgorod meldeten Angriffe. In Belgorod seien drei Zivilisten verletzt worden. In der Region Rostow brach nach einem Drohnenangriff auf ein Treibstofflager ein Grossbrand aus. Die Ukraine bestätigte den Angriff.
Russland: 216 ukrainische Drohnen abgeschossen
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, das Militär habe in der Nacht 216 ukrainische Drohnen abgeschossen. Wie viele Drohnen von der Ukraine insgesamt auf Russland gerichtet wurden, liess das Ministerium offen. Die ukrainische Luftwaffe zählte in der Nacht nach eigenen Angaben 229 russische Drohnen, von denen 212 über dem Norden und dem Osten der Ukraine abgeschossen werden konnten. Die Ukraine wehrt sich mit Unterstützung aus dem Westen seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erhielt sie nun aus Deutschland eine weitere Abschussanlage für die Iris-T-Luftabwehr. Das System sei am Samstag eingetroffen, teilte Selenskyj auf Telegram mit. Zugleich forderte er weiteren Nachschub an Munition. «Wir benötigen auch Raketen für die Luftabwehrsysteme, um über ausreichende Kapazitäten zur Abwehr russischer Angriffe zu verfügen.» Das Bundesverteidigungsministerium hatte Mitte April mitgeteilt, dass mit der Firma Diehl die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden sei.
(Reuters)

