«Sie wissen sehr gut, dass die Probleme für Autofahrer und Unternehmen weiter bestehen. Leider gibt es auch Schlangen an Tankstellen», sagte Putin bei einer spät am Sonntag im Fernsehen übertragenen Sitzung mit Führungskräften der Ölindustrie und Regierungsvertretern. «Die richtige Benzinsorte ist derzeit nicht immer verfügbar.»

Die Ukraine hat in diesem Jahr verstärkt die russische Energieinfrastruktur ins Visier genommen, um im Krieg gegen die russische Invasion die Lage zu seinen Gunsten zu verändern.

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Raffinerien intensiviert. Das hat die Ölverarbeitung verlangsamt und zu Treibstoffengpässen in Moskau und anderen Regionen geführt. Nach offiziellen Daten stiegen die durchschnittlichen Benzinpreise in Russland in der Woche vom 16. bis 22. Juni um 3 Prozent. Das war der grösste Anstieg innerhalb einer Woche seit mindestens 20 Jahren.

Putin bestätigte, dass ein vollständiges Exportverbot für Dieselkraftstoff zu den diskutierten Massnahmen gehört. Zugleich warnte er vor Schritten, die für Ölproduzenten neue Probleme wie übermässige Dieselbestände schaffen könnten. «Wir sind hier zusammengekommen, um unnötige Massnahmen zu verhindern. Wir sollten uns keine zusätzlichen Probleme schaffen», sagte er.

Das russische Energieministerium sprach sich nach einem Treffen von Ölproduzenten und Regierungsvertretern am Freitag zunächst gegen ein Exportverbot für Diesel aus, berichtete Tass unter Berufung auf Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak. Die Regierung werde die Lage am Montag erneut bewerten, zitierte die Nachrichtenagentur Nowak am Sonntag.

Putin sagte, die Benzinreserven lägen trotz des Einsatzes der Bestände zur Stabilisierung der Versorgung weiterhin nahe dem Niveau des vergangenen Jahres. Die Benzinvorräte beliefen sich auf 1,7 Millionen Tonnen. Das sind 4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Kraftstoffproduktion soll bereits im Juli das Niveau vom Juni übertreffen, sagte er. Zudem fügte der Präsident hinzu, dass die Kapazitäten der Ölraffinerien maximal ausgelastet werden.

(Bloomberg)

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