"Russland wurde durch den Mut und die Selbstaufopferung der gefallenen Helden-Piloten vor tragischen, verheerenden Folgen bewahrt", sagte Putin in einer am Montagabend im russischen Fernsehen übertragenen Rede. Die Rebellion der Söldner-Gruppe Wagner habe die Existenz Russlands bedroht, die Drahtzieher würden bestraft. Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin war bei der Vereinbarung, die zum abrupten Ende der Rebellion führte, Exil in Belarus und wie auch seinen Kämpfern Straffreiheit zugesichert worden. Über seinen Verbleib gibt es bisher keine Informationen. Ein laut Staatsmedien für Dienstag geplantes Pressegespräch des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko könnte Hinweise geben. Auf Lukaschenkos Vermittlung hin soll Prigoschin den Aufstand abgebrochen haben.

Putin erklärte, die Organisatoren des Aufstands hätten ihre Untergebenen betrogen. "Sie haben sie belogen, in den Tod getrieben und dazu, das Feuer auf ihre eigenen Leute zu richten." Genau dieses Phänomen - den Brudermord - würden Russlands Feinde sich erhoffen. Doch Russland werde sich nicht erpressen und Unruhe im Land stiften lassen. Putin dankte der Bevölkerung und den Sicherheitskräften, sich zum Schutz des Vaterlands geeint zu haben. Er betonte, direkt Befehle gegeben zu haben, um "ernstes Blutvergiessen" zu verhindern.

Die Revolte unter der Führung von Söldner-Chef Prigoschin hatte im Westen zu der Vermutung geführt, dass Putins Macht 16 Monate nach dem Einmarsch in die Ukraine wankt. Prigoschin hat jedoch in einer Audiobotschaft nach Ende des Aufstands erklärt, er habe keinen Umsturz beabsichtigt. Ihm sei es um Protest gegangen. Er hatte dem russischen Militär einen Angriff auf seine Truppe vorgeworfen, bei dem mehrere Kämpfer getötet worden sein allen. Der 62-Jährige hatte sich zuletzt gegen Anordnungen zur Wehr gesetzt, seine Truppen unter das Kommando des Verteidigungsministerium zu stellen. Prigoschin lieferte sich in den vergangenen Monaten lautstark einen Machtkampf mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow. Er wirft ihnen Fehler bei der Kriegsführung vor.

Putin erwähnte Prigoschin bei seinem Auftritt. Der Präsident betonte aber, er werde sein Versprechen gegenüber den Wagner-Söldnern halten: Sie könnten nach Belarus gehen oder in Russland bleiben und dort einen Vertrag mit der Armee abschliessen oder auch zu ihren Familien zurückkehren.

(Reuters)