Bei Roche dürften Wechselkurse auch im ersten Semester für Bremsspuren gesorgt haben. Während die Zahlen zu konstanten Wechselkursen oraussichtlich im Rahmen der Zielsetzung ausfallen dürften, rechnen Analysten bei den Zahlen in der Berichtswährung Franken mit einem weniger schönen Bild.
Das Management um CEO Thomas Schinecker stellt am morgigen Donnerstag die Zahlen vor. Dabei dürfte der Umsatz des ersten Halbjahres bei 30,36 Milliarden Franken zu liegen kommen (erstes Halbjahr 2025: 30,94 Milliarden Franken). Die Pharmasparte dürfte 23,61 und die Diagnosiksparte 6,75 Milliarden Franken zum Gruppenumsatz beigesteuert haben.
Der Kern-Ebit wird gemäss den Prognosen 11,30 Milliarden Franken betragen, nach 12,01 Milliarden Franken in der Vorjahresperiode. Der Kerngewinn je Aktie wird mit 10,08 Franken veranschlagt, wobei er im ersten Semester 2026 bei 11,08 Franken gelegen hatte.
Was ist von den vorausgesagten Zahlen zu halten?
Wie der zuständige Vontobel-Analyst in seiner Vorausschau schreibt: Das erste Semester wird nicht hübsch. Der Grund sind Währungseffekte. Diese dürften den Zahlen kräftig zugesetzt haben, heisst es auch bei anderen Analysten. Bei JPMorgan etwa rechnet der zuständige Experte mit einem negativen Währungseffekt beim operativen Kerngewinn von 12 Prozent.
Zu konstanten Wechselkursen wiederum zeigen sich Analysten relativ einig, dass der Pharmakonzern in etwa im Rahmen der eigenen Zielsetzung gewachsen sein dürfte. Dabei bleibt die entscheidenden Frage ob Medikamente wie das Augenpräparat Vabysmo in den USA langsam zur alten Stärke zurückkehren.
Wird China die Diagnostik weiter belasten?
In den vergangenen Quartalen hatte das Geschäft mit Diagnostika vor allem unter einer Preisreform in China gelitten. Entsprechend hatte die Sparte vor allem mit diesen weniger voreilhaften Nachrichten im Fokus gestanden. Allerdings hat das Roche-Management auch betont, dass spätestens mit der zweiten Jahreshälfte die Vergleichsbasis immer günstiger werde und dieser negative Effekt sich damit auswasche.
Worauf achten Investoren sonst noch?
Bei dem Basler Pharmakonzern stehen in der zweiten Jahreshälfte nach Ansicht der Experten kaum wirklich spannende Pipeline-Daten an. Vielmehr warte der Markt auf die mögliche US-Zulassung des Brustkrebsmittels Giredestrant. Wie ein Analyst schreibt, sei diese Brustkrebsarznei für einige Investoren der Hauptgrund, die Aktie zu halten.
Bei der UBS wiederum verweist der zuständige Experte auf den Konkurrenten Novartis. Dieser könnte in den kommenden Monaten Daten aus einer zulassungsrelevanten Studie vorlegen, in der ein neues Mittel zur Behandlung von Multipler Sklerose getestet wird. Sollten die Daten stark sein, könnte dies einen verschärften Wettbewerbsdruck für das bereits zugelassene Ocrevus und das Prüfpräparat Fenebrutinib von Roche sorgen.
Wie lauten die Ziele für 2026?
Bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal hatte Roche im April die bisherige Guidance bestätigt. Zu konstanten Wechselkursen sollen die Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen. Der Kerngewinn je Titel soll im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Ausserdem ist die Gruppe weiter bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen.
Wie steht es um den Titel von Roche?
Die Roche-Partizipationsscheine sind seit Jahresbeginn nur 1,7 Prozent avanciert, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI um rund 7 Prozent zugelegt hat. Vergangenes Jahr gehörten die Titel mit einem Plus von rund 28 Prozent zu den Favoriten unter den Blue Chips. Novartis performt in diesem Jahr viel besser, die Aktie liegt 15 Prozent im Plus.
Momentan kostet ein Partizipationsschein 335 Franken. Das durchschnittliche Kursziel der von AWP erfassen Analysten ist etwas höher und beträgt 363,50 Franken. Sieben Experten empfehlen den Titel zum Kauf. Acht sind für Halten. Verkaufsempfehlungen gibt es nicht.
(AWP)

