Die deutsche Weltraumfirma Isar Aerospace ist erneut mit einem Raketenstart gescheitert. Der Start sei abgebrochen worden, nachdem ein Leck in einem Druckbehälter entdeckt wurde, teilte das Startup am Donnerstagabend mit. «Es steht ausser Frage, dass wir die Erdumlaufbahn erreichen und einen zuverlässigen Zugang zum Weltraum beweisen werden», erklärte Aerospace-Chef Daniel Metzler. «Startabbrüche gehören zur Raketenindustrie; jedes erfolgreiche Raumfahrtunternehmen hat das schon erlebt. Jeder Versuch liefert uns auf unserem Weg in den Orbit wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse.» Er versprach: «Wir werden bald wieder startbereit auf der Startrampe stehen.»
Der Start der Trägerrakete «Spectrum» vom Weltraumbahnhof im norwegischen Andoya war bereits Ende März wegen technischer Probleme abgebrochen worden. Auch zuvor waren mehrere Versuche abgebrochen worden. Beim ersten Testflug vor rund einem Jahr war die Rakete kurz nach dem Start abgestürzt.
Die aktuelle Mission «Onward and Upward» diene unter anderem dazu, mehrere Kleinsatelliten in eine Umlaufbahn zu befördern, teilte das Unternehmen aus Ottobrunn bei München mit. Die 28 Meter lange «Spectrum»-Rakete ist darauf ausgelegt, Nutzlasten von bis zu einer Tonne in den Orbit zu bringen. Sie gehört zur Klasse der sogenannten Microlauncher. Neben Isar Aerospace entwickeln Rocket Factory Augsburg (RFA) und HyImpulse aus der Nähe von Heilbronn in Deutschland Trägersysteme für Kleinsatelliten und Experimente.
Die europäischen Staaten wollen sich von aussereuropäischen Weltraumfirmen wie SpaceX des umstrittenen Milliardärs Elon Musk unabhängiger machen. Dies sei auch aus sicherheitspolitischen Erwägungen wichtig, betonte Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Besuch in Andoya im vergangenen Monat. Isar-Chef Daniel Metzler zufolge hat sich der Anteil an Anfragen für militärische Missionen wegen der geopolitischen Krisen binnen zwölf Monaten auf 60 Prozent vervierfacht. Sein Unternehmen sei bis 2028 ausgebucht. Isar Aerospace zählt den Volkswagen-Hauptaktionär Porsche SE zu seinen Geldgebern.
(Reuters)

