Zwei Wochen mehr Urlaub im Jahr sind möglich – mit regelmässigen Rauchpausen. Eine neue Umfrage von Yougov im Auftrag des Online-Händlers Haypp kommt genau zu diesem Schluss. Raucherinner und Raucher verbringen jährlich fast 92 Stunden der Arbeitszeit an der "frischen" Luft. Das entspricht zwei Wochen zusätzlicher Freizeit.
In der Umfrage wurden rund 1000 Raucherinnen und Raucher befragt. 18 Prozent gaben an, drei- bis viermal täglich ein Zigarettenintermezzo einzulegen, 16 Prozent gehen fünfmal täglich raus, und etwa 10 Prozent nehmen sogar zehn oder mehr Pausen pro Tag in Anspruch.
Zwei Stunden pro Woche, zwei Wochen pro Jahr
Durchschnittlich dauert eine Rauchpause gut fünf Minuten – das hört sich erst mal nicht nach viel an. Hochgerechnet auf eine Arbeitswoche bedeutet das aber, dass Raucherinnen und Raucher etwa zwei Stunden weniger arbeiten als ihre nichtrauchenden Teamgefährten. Zudem: Etwas mehr als die Hälfte der Befragten kürzen, trotz der zusätzlichen Pausen über den Tag verteilt, ihre offizielle Mittagspause nicht.
Das allein ist aber nicht der Grund, weshalb Rauchpausen bei den Arbeitgeberinnen, aber auch bei den Kollegen nicht gerne gesehen sind: Raucherinnen deklarieren ihre Fünf-Minuten-Schlotzeit nicht als offizielle Pause.
Grundsätzlich gilt: Wer mehr als sechs Stunden am Tag arbeitet, dem stehen dreissig Minuten Pause zu, bei über neun Stunden erhöht sich die Dauer gemäss Schweizer Arbeitsgesetz auf eine Stunde Pause. Es dürfen nicht mehr als sechs Stunden am Stück gearbeitet werden.
Pflicht zum Erfassen der Rauchpausen
Wer also Rauchpausen und normale Mittagspausen macht, wird schnell mehr Zeit als die erlaubten dreissig Minuten bis eine Stunde abseits vom Computer verbringen. Entsprechend reagieren die Arbeitgeber: Sie lassen teilweise die Zigarettenpausen penibel dokumentieren. Wieder andere verpflichten rauchende Angestellte dazu, pro konsumierte Zigarette nach Schichtschluss zehn Minuten länger zu bleiben.
Die meisten gehen jedoch grosszügig damit um, wie auch die Umfrage von Yougov zeigt: Rund 69 Prozent der Befragten geben an, dass sie während der Arbeitszeit zusätzliche Rauchpausen einlegen, diese aber nicht offiziell erfassen. Bisher schien das noch niemandem gestört zu haben.
Die Umfrage wurde vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Yougov im Auftrag von Haypp durchgeführt. Insgesamt wurden 1'010 Raucherinnen und Raucher aus Deutschland im Zeitraum vom 8. bis 21. November 2023 befragt. Die befragten Personen waren alle über 18 Jahre alt.
Dieser Artikel erschien zuerst im Digitalangebot der Handelszeitung unter dem Titel: "Raucher haben durchschnittlich zwei Wochen mehr Ferien"

1 Kommentar
Als Ex-Raucher verstehe ich beide Seiten. 5min Rauchpause kompensieren oder "ausbatchen", macht Sinn.
Aber es gibt auch Rauchende, die die Rauchpause kreativ nutzen für neue Idee oder Kurzgespräche.
Zudem gibt es noch das Thema "effizienzes Arbeiten" und da sind die Unterschiede oft grösser als die 5min alle 2h.
Bei einem offenen Gespräch in einem guten Team, lässt sich all dies leicht lösen, denn es gibt wichtigere Themen.