Bereits in der vergangenen Woche legte die Notierung um mehr als 5 Prozent zu. Es war der dritte Wochengewinn in Folge. Das Finanzministerium in Washington hatte überraschend eine deutliche Ausweitung der Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen angekündigt, wodurch die Treasury-Renditen zeitweise sanken und auch der Dollar nachgab.
Die Bemühungen, die Kreditkosten durch direkte Intervention zu kontrollieren, haben Sorgen geschürt, dass die US-Politik das Vertrauen in den Dollar schwächen und andere Anlagen attraktiver machen könnte. Damit rückt erneut das sogenannte Abwertungsthema - auf Englisch «Debasement Trade» - in den Fokus, das bereits 2025 zum 65-prozentigen Anstieg des Goldpreises beitrug. Ein schwächerer Dollar begünstigt Rohstoffe, deren Preise in dieser Währung angegeben werden.
«Ich sehe Spielraum dafür, dass Makro-Anleger angesichts dieses Narratives der Währungsabwertung in erheblichem Umfang in Edelmetalle umschichten», sagt Justin Lin, Analyst bei Global X ETFs.
Nach der unerwarteten Ankündigung am Mittwoch ging US-Finanzminister Scott Bessent noch weiter und sagte, er sei bereit, die Rückkäufe teurerer Schuldtitel auszuweiten. Zudem kündigte er an, dass die Regierung bald eine fiskalpolitische Initiative vorstellen werde, um gegen die höchsten Kreditkosten seit Jahren vorzugehen.
Die von Bloomberg erfassten börsengehandelten Fonds mit Golddeckung verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse von mehr als 28 Tonnen. Das war der höchste Wert seit Januar, als eine rasante Rally den Goldpreis auf einen Rekord von knapp unter 5600 Dollar je Unze trieb. Die Zuflüsse zeigen einen ermutigenden Trend zu einer breiteren Beteiligung der Anleger, sagt Christopher Wong, Stratege bei Oversea-Chinese Banking Corp.
«Die Rally hat noch Spielraum, obwohl eine gewisse Konsolidierung nach der jüngsten starken Bewegung gesund wäre», sagte Wong. Die wichtigsten kurzfristigen Risiken seien ein erneuter Anstieg der Realrenditen oder des Dollars, fügte er hinzu.
Ray Dalio, milliardenschwerer Gründer von Bridgewater Associates, sagte am Freitag in einem LinkedIn-Beitrag, Anleger sollten ihre Anleihebestände reduzieren und bis zu 15 Prozent ihres Geldes in Gold anlegen, um sich gegen das Risiko einer US-Schuldenkrise abzusichern.
(Bloomberg)

