Die Aktien von Lonza gewinnen bei Börsenauftakt mehr als 1 Prozent auf rund 534 Franken und markieren damit ein Zwei-Monate-Hoch. Ebenfalls reduziert sich die Jahresbilanz auf -1,5 Prozent, nachdem der Titel in den letzten sechs Monaten mehrfach stark eingebrochen war. Zum Vergleich: Anfang des Jahres kostete eine Aktie 565 Franken. 

Anschub gibt am Donnerstag die Kurszielerhöhung durch die Royal Bank of Canada, welche die Schätzung auf 720 von 670 Franken erhöht und ihr Outperform-Rating beibehält. Dies, nachdem über Monate hinweg mehrheitlich Kurszielsenkungen für Lonza hereingeprasst kamen. Der Analyst ist einer von 17 weiteren Experten, welche den Titel zum Kauf empfehlen, nebst nur einer Halten-Einschätzung.

RBC-Experte Charles Weston sieht beim Pharmazulieferer attraktive langfristige Wachstumsperspektiven. In den kommenden Jahren erwartet er ein durchschnittliches Gewinnwachstum je Aktie von rund 18 Prozent pro Jahr. Allerdings fehlen kurzfristige Kurstreiber, weshalb die Aktie vor allem für langfristig orientierte Investoren interessant sei.

Mit seiner Einschätzung liegt er im Mittelfeld des Konsenses. Die höchste Kurszielschätzung liegt bei 815 Franken, die tiefste bei 570 Franken. Solch hohe Preise hatte die Aktie letztmals 2011 inne, nachdem sie im Jahr 2007 sogar noch über 1000 Franken wert war. Betrachtet man die Entwicklung der letzten 24 Monate, scheinen solche Niveaus eher utopisch.

Die aktuelle Bewertung spiegelt laut Weston noch frühere Sorgen über hohe Kapitalintensität und niedrige Kapitalrendite wider, die inzwischen jedoch teilweise überholt seien. Auch Goldman Sachs verwies jüngst darauf, dass die starke operative Entwicklung und die Qualität des Geschäfts eigentlich eine bessere Kursentwicklung rechtfertigen würden. Marktängste über Konkurrenz aus Asien sowie Nachfrageentwicklung im Life-Science-Sektor seien überzogen.

(cash)