Reisebranche - Tuifly will Flotte wegen Coronakrise halbieren

Der Reisekonzern Tui will den deutschen Ferienflieger Tuifly wegen der Coronakrise um rund die Hälfte verkleinern. Ziel sei, die eigentlich vorgesehene Flotte von 39 Jets vom Typ Boeing 737 zu halbieren.
05.06.2020 17:37
Die TUI Konzernzentrale an der Karl-Wiechert-Allee in Hannover.
Die TUI Konzernzentrale an der Karl-Wiechert-Allee in Hannover.
Bild: © 2017 TUI Group

Mehrere deutsche Standorte wie Köln, Bremen und Münster-Osnabrück würden geschlossen, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag. Das Management habe die Pläne am Donnerstag den Mitarbeitern vorgestellt. Wie viele Jobs wegfielen, werde nun Teil der Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern.

Bei Tuifly, Tochtergesellschaft des Touristikkonzerns TUI, gibt es laut dem Sprecher rund 2000 Vollzeitstellen, davon 1400 Piloten und Flugbegleiter. Dem Nachrichtensender NTV zufolge stehen die Jobs von 700 Mitarbeitern auf der Kippe, davon 230 Vollzeitstellen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, sollen fast 1000 Vollzeitstellen wegfallen.

Der Sprecher wollte die Zahlen nicht bestätigen. Ziel sei, die verkleinerte Flotte über das ganze Jahr hinweg auslasten zu können und nicht im reiseschwachen Winter zu viele Flugzeuge zu haben.

Das Geschäft von Tuifly ist wie bei anderen Fluggesellschaften durch die Coronakrise praktisch weggebrochen. Bis zu sieben der Tuifly-Maschinen waren bisher für die Lufthansa-Tochter Eurowings im Einsatz. Diese Verträge laufen aber aus, und auch Eurowings verkleinert die Flotte. Tui hat bereits mit dem Flugzeugbauer Boeing ausgehandelt, dass der Konzern bestellte neue Maschinen vom Typ 737 Max erst später abnehmen muss.

Am 17. Juni will Tuifly den Ferienflug wieder aufnehmen. Der Start eines eigenen Langstreckenangebots liegt dem Sprecher zufolge nun aber auf Eis. Eigentlich wollte Tuifly Urlauber von November an mit zwei Jets vom Typ Boeing 787 "Dreamliner" nach Mexiko und in die Dominikanische Republik bringen. Dies sei angesichts der Corona-Krise aber derzeit nicht sinnvoll, sagte der Sprecher.

(SDA)

 
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