‌Chinesische ‌Staatsbürger seien in Japan «ernsthaften Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt», teilte das Aussenministerium am Montag in Peking mit. Es verwies auf einen «Anstieg von Verbrechen gegen chinesische Bürger» sowie auf Erdbeben.

​Die Warnung kommt unmittelbar vor dem chinesischen Neujahrsfest, der ‌längsten Ferienzeit des Landes. In ‌einer ersten Reaktion verlängerten grosse chinesische Fluggesellschaften wie Air China, China Eastern und China Southern Airlines ihre Richtlinien für kostenlose Umbuchungen und Stornierungen für Flüge nach Japan bis zum 24. Oktober.

Auslöser der Spannungen ist eine Bemerkung Takaichis von Anfang November. ⁠Sie hatte angedeutet, dass ein hypothetischer chinesischer Angriff auf das demokratisch regierte und von der Volksrepublik beanspruchte Taiwan eine militärische Reaktion Tokios auslösen könnte. Peking reagierte ​verärgert mit Exportbeschränkungen, Flugstreichungen und scharfen Kommentaren in den Staatsmedien.

Das ‌Verteidigungsministerium drohte Tokio mit einer «vernichtenden» militärischen Niederlage, ‍sollte es im Taiwan-Konflikt intervenieren. Takaichi hat ihre Äusserung zwar nicht zurückgenommen, sie aber später relativiert, ​indem sie Japans Position zur «Ein-China-Politik» bekräftigte. Zugleich warf sie China am 19. Januar vor, «Militärübungen rund um Taiwan» abzuhalten und durch die Kontrolle wichtiger Lieferketten wirtschaftlichen Zwang auszuüben.

Während ‌China seine Bürger dazu anhält, Reisen ⁠nach Japan zu meiden, wirbt es um Touristen ‌aus Südkorea und spricht von einem «Tourismus-Boom». Dies wird als Versuch gewertet, nach dem Bruch mit Tokio ‍die Beziehungen zu Seoul zu verbessern.

«Dieser zweiseitige Tourismus-Boom ist ein Mikrokosmos des wachsenden wirtschaftlichen Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen China und Südkorea», ​hiess es am Sonntag in einem Leitartikel der staatlichen ‍Boulevardzeitung «Global Times». Die Zahl der chinesischen Touristen in Japan war im Dezember um 45 Prozent eingebrochen.

(Reuters)