Seit vergangenem Juli flossen rund 4,48 Milliarden Dollar in die ‌Branche, ⁠wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Verbandes Fusion Industry Association (FIA) hervorgeht. Dies entspricht ⁠einem Anstieg von 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Getrieben werde die Entwicklung von der Hoffnung, dass die ‌Technologie langfristig den steigenden Strombedarf decken kann, der vor allem durch ‌die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) und ​das Wachstum von Rechenzentren befeuert wird. Insgesamt flossen seit dem Start der jährlichen Erhebung im Jahr 2021 mehr als 14,2 Milliarden Dollar in 56 private Unternehmen.

Die Branche befinde sich auf dem Weg zur Kommerzialisierung, erklärte FIA-Chef Andrew Holland. Unternehmen, die Fusionsreaktoren bauen, gehen davon aus, ‌dass sie Anfang der 2030er Jahre mit der Stromerzeugung beginnen können. Die Technologie befindet sich noch im experimentellen Stadium. Dabei werden leichte Atome wie Wasserstoff unter extremer Hitze und hohem Druck ​verschmolzen, um grosse Mengen Energie ohne Treibhausgase oder langlebigen Atommüll zu ​erzeugen.

Bis es soweit ist, müssen jedoch erhebliche technische Hürden ​überwunden werden. Dazu gehört die Steigerung der Effizienz und die Verlängerung der Reaktionsdauer, um mehr Energie zu erzeugen, ‌als für den Betrieb der Anlagen benötigt wird. Zudem müssen Materialien entwickelt werden, die dem ständigen Neutronenbeschuss standhalten.

Während die USA die meisten Fusionsunternehmen beheimaten, sind diese weitgehend auf private Investitionen ​angewiesen. ​Die staatliche US-Förderung beträgt dem Verband zufolge etwa ⁠die Hälfte der Mittel, die China bereitstellt. Das wachsende Interesse ​privater Geldgeber zeigt sich ⁠zudem an zwei geplanten Börsengängen. Das kanadische Unternehmen General Fusion will über einen Zusammenschluss mit ‌der Zweckgesellschaft Spring Valley Acquisition Corp. III im Wert von rund einer Milliarde Dollar in den USA an die Börse gehen. Das von Google unterstützte ‌Unternehmen TAE Technologies plant einen Börsengang im Volumen von sechs Milliarden ​Dollar in Zusammenarbeit mit der Trump Media & Technology Group, an der ein Treuhandfonds von US-Präsident Donald Trump die Mehrheit hält.

(Reuters)