Die Analysten der Citigroup bekräftigen ihre Kaufempfehlung für Richemont und heben das Kursziel von 187 auf 208 Franken an. Kein anderer von AWP erfasster Experte traut der Aktie des Luxusgüterkonzerns mehr zu. Zugleich entspricht das neu gesetzte Preisziel einem Rekordstand der Richemont-Valoren. Das bisherige Allzeithoch wurde am 14. Februar 2025 im laufenden Handel bei 187,55 Franken erreicht.

Laut dem zuständigen Citi-Experten ist Richemont insgesamt stärker aufgestellt als in der Vergangenheit. Die seiner Auffassung nach sehr guten Ergebnissen 2025/26 veranlassen den Analysten zu einer Schätzungsrevision: Der operative Gewinn (EBIT) soll in den kommenden Jahren um 8 Prozent höher liegen, als der Citi-Spezialist es bislang angenommen hatte.

Die positiven Nachrichten überzeugen die Investoren am heutigen Mittwochvormittag allerdings nicht. Die Aktie fällt in einem schwachen Gesamtmarkt um 0,81 Prozent auf 166,05 Franken. Der Swiss Market Index (SMI) verliert unterdessen 0,48 Prozent.

Der jüngste Leistungsausweis des in Genf ansässigen Unternehmens sind von Citi zugrunde gelegten Geschäftszahlen 2025/26. Sie wurden Ende Mai veröffentlicht. Der Umsatz lag leicht über, der operative Gewinn und der Reingewinn etwas unter den Erwartungen der Zürcher Kantonalbank (ZBK). Diese stufte Richemont mit «Marktgewichten» ein und veranschlagte den fairen Wert der Aktie bei 187 Franken. Damit zeigte sich die ZKB deutlich weniger optimistisch als die Citigroup am heutigen Mittwoch.

Der zuständige ZKB-Analyst wies denn auch auf Risiken hin: «Kurzfristig sehen wir für Richemont Risiken durch eine eingetrübte Konsumentenstimmung, ins besondere in Europa, den USA und den UAE.» Belastend wirkten dabei namentlich höhere Benzinpreise, anhaltender Inflationsdruck, steigende Flugticketpreise sowie eine insgesamt unsichere Lage in der Reiseindustrie.

Der ZKB-Kommentar stand offenbar unter dem Eindruck des Nahost-Konflikts. Er war Ende Februar durch den Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran erneut hochgekocht und ist nach wie vor nicht gelöst. In der Nacht auf Mittwoch griff der Iran die benachbarten Golfstaaten Kuwait und Bahrain mit Drohnen und Raketen an; das US-Militär nahm eine iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in der Strasse von Hormus ins Visier.

(mit Agenturmaterial von AWP)

Reto Zanettin
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