Richemont präsentiert am Donnerstag die Umsatzzahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (Oktober bis Dezember). Die Umsatzzahlen des Schmuck- und Uhrenkonzerns Richemont dürften den Ton angeben für die weitere Berichtssaison im Luxussegment. Im Fokus stehen die Auswirkungen der US-Zölle sowie die anhaltende Konsumschwäche in China. Demgegenüber profitiert die Genfer Gesellschaft von dominanten Schmuckmarken und einer starken Preissetzungsmacht.
Die Analysten erwarten, dass Richemont den gesamten Gruppenumsatz im Schnitt um 1,5 Prozent auf 6243 Millionen Euro gesteigert hat. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 6150 Millionen Euro. Dabei dürfte erneut die Schmucksparte mit 4697 Millionen Euro den Löwenanteil umgesetzt haben, während die Analysten davon ausgehen, dass das Uhrengeschäft mit 792 Millionen Euro erneut weniger erwirtschaftet - ein Rückgang um fast 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An der Konsensschätzung haben acht Analysten mitgewirkt.
Demnach dürfte Richemont im dritten Quartal 2025/26 erneut etwas gewachsen sein, wenn auch weniger stark als im zweiten Quartal. Das liegt auch an der hohen Vorjahresbasis: Im Weihnachtsquartal 2024 hatte der Luxusgüterkonzern überraschend das umsatzstärkste Quartal aller Zeiten hingelegt.
Während der Schmuckbereich weiter glänzt, dürfte das Uhrengeschäft unter Druck bleiben. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk dem wichtigen Absatzmarkt China. Analysten gehen davon aus, dass es verfrüht sei, nach dem Vorquartal von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen. Im zweiten Quartal hatte die kombinierte Region China, Hongkong und Macau zu Wachstum zurückgefunden. Die Situation bleibe dort aber fragil, heisst es am Markt.
Mehr Margendruck erwartet
Von der ZKB heisst es zudem, der Margengegenwind werde im zweiten Halbjahr klar stärker sein als im ersten - wegen eines negativeren Währungseffektes, eines negativeren Zolleffektes und eines weiter gestiegenen Goldpreises. Dies könne durch die Preiserhöhungen nur teilweise kompensiert werden. Finanzchef Burkhart Grund hatte Mitte November gesagt, die Auswirkungen durch die US-Zölle seien in dem im September zu Ende gegangenen ersten Halbjahr 2025/26 noch gering gewesen. Er bezifferte diese mit gut 50 Millionen Euro. Im zweiten Halbjahr werde ein signifikanter Einfluss erwartet, sagte er damals.
Unsichere Zeiten belasten
Die Richemont-Gruppe, die bekannt für Marken wie Cartier oder IWC ist, gibt üblicherweise keinen finanziellen Ausblick ab. Verwaltungsratspräsident Johann Rupert sprach zuletzt Mitte November von einer Belastungsprobe in den vergangenen Monaten. Richemont sei mit konjunkturellen Herausforderungen, Währungsschwankungen, steigenden Goldpreisen und der Einführung von US-Zöllen konfrontiert gewesen.
Auch in Zukunft werde das Unternehmen durch unsichere Zeiten navigieren müssen, hielt der Präsident damals fest. «In China zum Beispiel ist die Erholung nach wie vor unbeständig und der externe Druck auf das Geschäft scheint nicht nachzulassen.»
Richemont kosten an der Schweizer Börse 176,65 Franken die Aktie (Stand: Mittwoch 11:45 Uhr). Die Titel des Luxusgüterkonzerns markierten im Februar 2025 ein Allzeithoch bei 187,55 Franken und fielen mit den Zollunsicherheiten bis Anfang April auf ein Jahrestief bei 120,60 Franken. Seither haben sie sich erholt und legten 2025 insgesamt ein Viertel an Wert zu. Von den 23 Analysten, die Richemont abdecken, vergeben 16 ein «Buy»-Rating, sechs empfehlen die Titel zum Halten und einer zum Verkaufen.
(cash/AWP)
