Der Wechsel bei den Anteilsscheinen hat einen praktischen Hintergrund: «Für die Auszahlung der Dividende mussten Sie einen Coupon abreissen. Nun sind diese Coupons bald alle aufgebraucht.» Neue Bögen zu drucken, sei nicht infrage gekommen, so der ehemalige Roche-CEO, der sich inzwischen auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten zurückgezogen hat. Den Partizipationsschein werde es nur in elektronischer Form als Bucheffekte geben, führt er aus.
«Sehr negative Auswirkungen für den Standort Schweiz»
Roche und andere Pharmakonzerne haben sich verpflichtet, neue Medikamente in den nicht teurer als in anderen Industrieländern anzubieten. Ob das die Gewinne des in Basel ansässigen Unternehmens schmälert? Schwan antwortet nicht direkt, sagt aber: «Solche Szenarien hätten vor allem für den Standort Schweiz sehr negative Auswirkungen, wo wir viele globale Funktionen in Forschung und Produktion abdecken.» Ein grosser Teil der Wertschöpfung und der hiesigen Arbeitsplätze werde durch das Geschäft in den USA finanziert. «Wir zahlen in der Schweiz mehr Steuern, als wir Umsatz haben.»
Die USA würden die Preise aufgrund eines kaufkraftbereinigten Auslandvergleichs festlegen. Für die Schweiz bedeute das: Weil sie im Vergleich wohlhabender sei, wollten die Amerikaner für sich nur einen Preis akzeptieren, der tiefer liegt als derjenige in der Schweiz.
Wie sich diese Ausgangslage auf die Preisgestaltung auswirkt, ist anscheinend noch nicht im Detail absehbar, aber: «Die Preisverhandlungen werden sicher schwieriger werden, keine Frage», so Schwan.
(cash)
