Der Schweizer Pharmakonzern Roche sieht seine Medikamenten-Sparte durch ein Abkommen mit der US-Regierung vorerst ‌vor ⁠Strafzöllen geschützt. Die Diagnostik-Sparte sei jedoch weiter davon betroffen, ⁠sagte Verwaltungsratspräsident Severin Schwan der «Neuen Zürcher Zeitung».

Roche gehört zu neun grossen Pharmaunternehmen, ‌die im Dezember eine Vereinbarung mit US-Präsident ‌Donald Trump getroffen hatten. ​Im Gegenzug für Preissenkungen wurde ihnen eine dreijährige Befreiung von Zöllen zugesichert. «Was Pharma anbelangt, so gehen wir davon aus, dass unser Abkommen mit der Regierung verbindlich ist und ‌wir für die Einfuhr von Medikamenten auch weiterhin von Zöllen befreit sind.»

Anders sehe es im Diagnostik-Geschäft aus, das sehr ​wohl betroffen sei. «Es geht um viel Geld», ​sagte Schwan. Hier exportiere Roche einen ​Grossteil der Tests und Geräte aus der Schweiz und anderen europäischen ‌Ländern in die Vereinigten Staaten. «Das Verrückte ist: Wir haben auch wichtige Fabriken in den USA und liefern von dort ​insgesamt ​sogar mehr Diagnostika ⁠in die Welt, als wir in die ​USA einführen, unter ⁠anderem auch nach China.» Da China Vergeltungszölle eingeführt habe, ‌zahle Roche als US-Nettoexporteur am Ende doppelt. «Das ist absurd», kritisierte Schwan. Eine Abspaltung der Diagnostik-Sparte schloss er ‌aus. «Das ist überhaupt kein Thema. Daran ​halten wir fest.»