Nachdem bei der jüngsten geldpolitischen Sitzung bereits drei Währungshüter für eine Straffung plädiert hatten, meldete sich nun auch der Chef des Fed-Bezirks Kansas City, Jeff Schmid, zu Wort: «Meine Hauptsorge gilt der Inflation», betonte er am Dienstag. Angesichts der jüngsten Daten sehe es nicht so aus, als sei die Geldpolitik restriktiv und würde diesen Preisdruck eindämmen: «Daher glaube ich, dass eine Straffung der Geldpolitik erforderlich sein wird, um die Inflation auf das Zwei-Prozent-Ziel der Fed zu senken», erklärte Schmid, der im Gegensatz zu den drei Abweichlern im für die Zinsen zuständigen Fed-Offenmarktausschuss dieses Jahr kein Stimmrecht hat. Der Währungshüter liess zugleich offen, wann und wie stark die Notenbank den Zins anheben sollte.
Die Fed hatte vorige Woche entschieden, die Zinsspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent beizubehalten. Mit Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan hatten allerdings drei der zwölf Währungshüter für eine Erhöhung votiert. Hammack verweist darauf, dass die Inflation seit mehr als fünf Jahren hartnäckig über dem Ziel der Notenbank von 2,0 Prozent liegt. Sie sei nicht zuversichtlich, dass die Teuerung von selbst zum Zielwert der Fed zurückkehren werde.
Die US-Zentralbank hat besonders den sogenannten PCE-Index im Blick - ein Inflationsmass, das auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnitten ist. Die daraus berechnete Teuerungsrate ging im Juni auf 3,7 Prozent zurück, nach 4,1 Prozent im Mai. Sie ist damit jedoch noch weit vom Fed-Ziel entfernt.
(Reuters)

