Russlands Ölförderung ist im vergangenen Jahr trotz westlicher Sanktionen und ukrainischer Drohnenangriffe nur leicht gesunken. Die Produktion schrumpfte um 0,8 Prozent im ‌Vergleich ‌zu 2024 auf 10,28 Millionen Barrel pro Tag, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten hervorging. Dies entspricht rund einem Zehntel der weltweiten Förderung. Dem stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Alexander Nowak ​zufolge hat sein Land im vergangenen Jahr 512 Millionen ‌Tonnen Öl gefördert, nach 516 Millionen ‌Tonnen im Jahr 2024. Russland ist nach den USA und Saudi-Arabien der drittgrösste Ölproduzent der Welt.

Nowak kritisierte die westlichen Sanktionen gegen die russische Ölindustrie wegen des inzwischen fast vier Jahre währenden Kriegs gegen die Ukraine. «Versuche, den Kreis der Importeure russischen ⁠Öls zu begrenzen, führen unweigerlich zu Störungen der globalen Energieversorgung und erhöhen die Volatilität auf den internationalen Energiemärkten», sagte er einer Publikation des Energieministeriums.

Die Regierung von US-Präsident ​Donald Trump hatte im Oktober Sanktionen gegen die beiden grössten ‌russischen Ölproduzenten Rosneft und Lukoil verhängt. Zudem verdoppelte sie ‍die Einfuhrzölle auf indische Waren, um das Land für seine Käufe von russischem Öl zu ​bestrafen. Die Ukraine hat ihrerseits wiederholt die russische Energieinfrastruktur mit Drohnen angegriffen. Moskau ist auf die Einnahmen angewiesen, um den Krieg gegen das Nachbarland zu finanzieren.

Im Bereich ‌Flüssigerdgas (LNG) verfehlte Russland seine Ziele. Die Produktion erreichte ⁠im vergangenen Jahr 32 Millionen Tonnen, was sieben ‌Prozent der weltweiten Produktion entspricht. Dies lag unter den Erwartungen von 33 Millionen Tonnen. Nowak hatte im ‍Dezember erklärt, dass der Plan, eine jährliche LNG-Produktion von 100 Millionen Tonnen zu erreichen, um «mehrere Jahre» verschoben werde. Die langfristigen Pläne Russlands, ​zwischen 2030 und 2035 ein Fünftel des globalen LNG-Marktes ‍zu erobern, werden durch die Sanktionen erschwert, die unter anderem das neue Projekt Arctic LNG 2 betreffen.

(Reuters)