Trotz gestiegener Inflationsgefahr hat Russlands Zentralbank den Leitzins weiter gesenkt und damit die zunehmend unter dem Angriffskrieg gegen die Ukraine leidende Wirtschaft gestützt. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde um einen Viertelpunkt auf 14,00 Prozent zurückgenommen, wie die Währungshüter am Freitag in Moskau mitteilten.
Die Notenbank verwies darauf, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal nur moderat gewachsen sei. Zu Jahresbeginn war sie sogar um 0,2 Prozent geschrumpft. Für das Gesamtjahr erwartet die Zentralbank im besten Falle noch ein Wachstum von 1,0 Prozent, womöglich aber nur eine Stagnation. Der deutliche Preisanstieg und die höheren Inflationserwartungen in den Sommermonaten seien vorwiegend auf Einzelfaktoren zurückzuführen, hiess es zur Teuerung. Die Verbraucherpreise haben im Juni um 6,0 Prozent zum Vorjahresmonat zugelegt.
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien haben in den vergangenen Monaten die Versorgung beeinträchtigt, was in mehreren Regionen zu langen Schlangen an Tankstellen, überhöhten Benzinpreisen und Rationierungen führte. Der Spritpreis hat seit Jahresbeginn um 16 Prozent angezogen. Die Zentralbank geht mittlerweile davon aus, dass die Inflationsrate für 2026 aufgrund des erheblichen Anstiegs der Kraftstoffpreise bei 6,0 bis 7,0 Prozent liegen wird. Zuvor hatte sie nur maximal 5,5 Prozent veranschlagt.
(Reuters)

