Die Rosatom-Tochter ChMZ habe ⁠mehr als zehn Lieferverträge mit Ländern in Süd- und Ostasien unterzeichnet, teilte ‌das Werk am Dienstag mit. Zuvor ‌seien 95 Prozent der Ausfuhren ​nach Europa gegangen. Grund für die Neuorientierung sei das «schwierige internationale Umfeld».

Angesichts der westlichen Sanktionen gegen Moskau wegen des Angriffs auf die Ukraine lenkt Russland seine Handelsströme um. ‌Zu den genauen Liefermengen oder den Namen der Käufer machte das Unternehmen keine Angaben.

Hafnium ist ein Nebenprodukt der Zirkonium-Verarbeitung ​und wird im Hightech-Sektor benötigt, etwa für Smartphone-Chips, ​in der Luft- und Raumfahrt, ​für Steuerstäbe in Kernreaktoren sowie in Erdgasturbinen. Die Gewinnung gilt als ‌aufwendig und kostspielig.

Die Preise für das Metall notierten zuletzt auf hohem Niveau, was Experten auf eine knappe Verfügbarkeit ​und eine ​steigende Nachfrage infolge des ⁠KI-Booms zurückführen. Neben China gehört Deutschland ​zu den weltweit wichtigsten Exporteuren ⁠von unverarbeitetem Hafnium.

Auf Russland entfällt zwar nur ‌ein kleiner Teil der weltweiten Produktion. Der Markt reagiert jedoch aufgrund des geringen Gesamtvolumens von schätzungsweise ‌70 bis 90 Tonnen pro Jahr empfindlich ​auf Störungen.

(Reuters)