Ukrainische Drohnenangriffe auf die Exportinfrastruktur und schlechtes Wetter bremsen ‌die Ölausfuhren ⁠des Landes, wie aus Schätzungen der Nachrichtenagentur Reuters vom Dienstag hervorgeht. Diese stützen ⁠sich auf Daten des Finanzdienstleisters LSEG und von Brancheninsidern. Die Ölverladungen aus den drei ‌wichtigsten russischen Westhäfen Primorsk, Ust-Luga und Noworossijsk könnten demnach ‌im März auf 1,7 Millionen ​Barrel pro Tag fallen. Geplant waren für den Monat ursprünglich 1,8 Millionen.

Dabei ist die Nachfrage nach russischem Öl gestiegen. Asiatische Staaten wie Thailand, Indonesien und Sri Lanka bekundeten Interesse, nachdem die USA eine einmonatige Ausnahmegenehmigung für ‌den Kauf von russischem Öl erteilt hatten. Zudem ordern auch grosse staatliche chinesische Ölkonzerne nach einer viermonatigen Unterbrechung wieder russische Rohölladungen.

Der Rückgang der Exporte ist vor ​allem auf die gesunkenen Verladungen im Schwarzmeerhafen Noworossijsk zurückzuführen, ​die sich im März im Vergleich zum ​Februar wegen regelmässiger Drohnenangriffe und widriger Wetterbedingungen halbieren könnten. Vergangene Woche hiess es von Insidern, ‌die Öl-Exporte und -Transitflüsse durch Noworossijsk seien im März wegen anhaltender Stürme und Drohnenangriffe bis zu zehn Tage im Verzug.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass ​die ​russischen Exporte von Rohöl und raffinierten Produkten ⁠im Februar auf den niedrigsten Stand ​seit Beginn des Ukraine-Konflikts im ⁠Jahr 2022 gesunken waren. Die aktuellen Zahlen deuten auf eine weitere ‌Verschlechterung hin.

Die Energiepreise sind nach dem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran deutlich gestiegen. Grund dafür ist, dass viele Tanker die ‌Strasse von Hormus meiden, weil sie iranische Angriffe in ​der Meerenge befürchten. Dadurch können die Golfstaaten nicht wie gewohnt ihr Öl und Gas zu ihren Kunden transportieren.

(Reuters)