Das Präsidialamt in Moskau hat Vorschläge formuliert, die Russland erneut für den Dollar öffnen könnten - eingebettet in eine weitreichende wirtschaftliche Partnerschaft mit der Trump-Administration. Ein internes Dokument, das Bloomberg einsehen konnte, legt diese Linie detailliert dar.

Das Memo, das in diesem Jahr entstand, nennt sieben Felder, auf denen sich nach Einschätzung des Kremls russische und amerikanische Wirtschaftsinteressen überschneiden könnten, falls ein Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs zustande kommt. Im Zentrum steht dabei die Zusammenarbeit zur Förderung fossiler Energieträger gegenüber grüneren Alternativen sowie gemeinsame Investitionen in Erdgas, Offshore-Öl und kritische Rohstoffe. Auch Sonderprofite für US-Unternehmen sind vorgesehen.

Der Entwurf, der unter ranghohen russischen Amtsträgern kursierte, erlaubt einen bislang unbekannten Einblick in die Strategie und Denkweise des Kremls. Wirtschaftliche Vereinbarungen zwischen den USA und Russland stehen als zentrales Element eines möglichen Friedens für die Ukraine im Raum.

Kernstück des Angebots ist eine Rückkehr Russlands ins Dollar-Abrechnungssystem. Das wäre ein spektakulärer Kurswechsel für Moskau und könnte die globalen Finanzmärkte grundlegend erschüttern. Nach amerikanischen Vorstellungen soll im Zuge eines Friedensabkommens eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen erfolgen. Erst dadurch wäre es Russland wieder möglich, in Dollar zu handeln. Was das Kreml-Papier ins Spiel bringt, geht indessen weit über diese Linie hinaus.

Bislang hat sich Russland gezielt um Alternativen zum Dollar bemüht, statt die Anbindung an das US-geführte System wiederherzustellen. Präsident Wladimir Putin hat stattdessen die Zusammenarbeit mit China forciert. Deshalb halten westliche Regierungsvertreter, die mit dem Dokument vertraut sind, es für äusserst unwahrscheinlich, dass Putin am Ende einem Kurs folgen würde, der den Interessen Pekings widerspricht.

Putin-Sprecher Dmitri Peskow hat eine Anfrage per E-Mail unbeantwortet gelassen. Unklar ist auch, ob Russland die in dem Papier aufgeführten Punkte überhaupt bereits an die USA herangetragen hat.

(Bloomberg/cash)

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