Die Massnahme sei eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf Tanker im Asowschen Meer, heisst es aus zwei Quellen der Getreideexportbranche.

Die Sperrung könnte fast ein Viertel der russischen Weizenexporte betreffen. Wie lange sie andauern soll, ist den Angaben zufolge unklar.

Im ⁠Asowschen Meer seien zehn Tanker attackiert worden, teilt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, zuvor auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Damit seien insgesamt in dieser Woche fast 50 Tanker in der Region beschädigt worden. Zudem seien in der Nacht fünf Umspannwerke auf der ⁠von Russland annektierten Halbinsel Krim getroffen worden.

Dem ukrainischen Generalstab zufolge griff die Armee in der Nacht auch erneut die Ilski-Ölraffinerie in der Schwarzmeer-Region Krasnodar sowie den Ölverarbeitungskomplex Ust-Luga an der Ostsee in der Region Leningrad an. Zudem seien ein Ölterminal und ein Öllager in der Grenzregion Rostow am Asowschen Meer ins ‌Visier genommen worden.

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur in Russland und auf der Krim in den vergangenen Wochen verstärkt. Dies führte in Russland zu Treibstoffengpässen und ‌auf der Krim sogar zur Ausrufung des Ausnahmezustands.

Aus dem Süden Russlands wurden am Morgen mehrere Brände in Energieanlagen gemeldet. In Krasnodar sei nach einem Drohnenangriff ein Feuer in der Ölraffinerie Ilski ausgebrochen, teilen die Behörden der Region mit. In ‌der Region Rostow wiederum ist die Feuerwehr nach Angaben der dortigen Behörden dabei, Brände in zwei Treibstofflagern sowie im Seehafen von Taganrog zu löschen.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftverteidigung habe in ​der Nacht 376 ukrainische Drohnen abgeschossen. Die Ukraine greift seit geraumer Zeit als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg verstärkt Energieanlagen in Russland mit Drohnen an. In einigen russischen Regionen hat dies zu akuter Treibstoffknappheit geführt.

(Reuters)