Das geht aus Regierungsdokumenten hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Bereits in der ersten Jahreshälfte habe Russland zwölf Prozent mehr ausgegeben als die 54 Milliarden Dollar (4,98 Billion Rubel), die für das Gesamtjahr vorgesehen waren. Somit entfiel ein Drittel der Staatsausgaben auf Verteidigung. Weder die russische Regierung noch das Finanzministerium reagierten auf Anfragen für eine Stellungnahme.
Höhere Ausgaben für den Krieg in der Ukraine - von Russland als militärischer Sondereinsatz bezeichnet - könnten das Loch im russischen Staatshaushalt ausweiten. Das Defizit könne sich bis auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausweiten, sagte kürzlich Finanzminister Anton Siluanow. Bereits im ersten Halbjahr schwoll das Defizit deshalb auf rund 2,6 Billionen Rubel an. Zugleich sanken auch die Einnahmen aus den Energieexporten aufgrund westlicher Sanktionen. Russland verfüge aber über genügend Ressourcen, um die geplanten Ausgaben zu stemmen, sagte Siluanow der Nachrichtenseite "Argumenty i Fakty".
(Reuters)

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Der Aufstand der Wagner-Söldner war nur der Anfang vom Ende der Friedhofsstille in Russland. Man wird jetzt wahrscheinlich weitere solcher Aktionen und Vorkommnisse sehen, auch von den Freiheitsmilizen im Grenzgebiet. Ein so grosses Land wie Russland kann auf Dauer auch nicht als stabiles Land existieren. V. Putin wird die Repression verstärken bis er den Bogen überspannt, der innere Druck so zunimmt, dass das Ganze anfängt zu zerfallen.
Ein voll isoliertes russisches Nordkorea hat kein langes Überleben.