Russland hat die Sicherheitsvorkehrungen für Präsident Wladimir Putin vor den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland am Samstag verschärft. Grund ‌sei ⁠eine terroristische Bedrohung durch die Ukraine, teilte das Präsidialamt in Moskau am Donnerstag ⁠mit. Vor wichtigen Feiertagen würden stets zusätzliche Massnahmen ergriffen, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Auf die Frage, ‌ob dies auch für Putins persönliche Sicherheit gelte, ‌antwortete er: «Natürlich.»

Berichte westlicher Medien wie des ​US-Senders CNN über eine angebliche Angst vor einem Putsch oder Attentat wies Peskow jedoch zurück. Diese hatten sich auf einen namentlich nicht genannten europäischen Geheimdienst berufen. «Ich habe eine Frage an Sie: Was ist ein europäischer Geheimdienst? Mir ist ‌die Existenz eines solchen nicht bekannt», sagte Peskow.

Am 9. Mai feiert Russland traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Putin nimmt dabei üblicherweise eine Militärparade ​auf dem Roten Platz in Moskau ab und hält eine ​Rede. Russland kündigte in der vergangenen Woche ​an, die Parade aus Sicherheitsgründen in diesem Jahr in verkleinerter Form und ohne die übliche ‌Präsentation von Panzern und Raketen abzuhalten. Die Behörden in Moskau sind in höchster Alarmbereitschaft, nachdem es zuletzt vermehrt zu Drohnenangriffen gekommen war.

Am Montag schlug eine Drohne ​in ​ein Hochhaus im Südwesten der Hauptstadt ein. ⁠Am Donnerstag erklärte Russland, die Luftverteidigung habe 32 ​auf Moskau zusteuernde ⁠Drohnen zerstört. Für den Fall ukrainischer Angriffe während der Feierlichkeiten drohte Moskau mit ‌massiven Raketenangriffen auf das Zentrum von Kiew. Gleichzeitig kündigte Russland für den 8. und 9. Mai eine Feuerpause an. Der Schritt ‌wurde jedoch nicht mit der Regierung in Kiew abgestimmt. Die ​Ukraine hatte ihrerseits eine zweitägige Waffenruhe ausgerufen, die in der Nacht zum Mittwoch in Kraft trat, von Russland aber nicht akzeptiert wird.

(Reuters)