Der Münchner Drohnen-Hersteller Helsing hat sich 1,8 Milliarden Dollar frisches Kapital beschafft und wird nach eigenen Angaben nun ‌mit ⁠18 Milliarden Dollar bewertet. 

An der jüngsten, fünften Finanzierungsrunde für das 2021 ⁠gegründete Unternehmen beteiligten sich federführend die US-Risikokapital-Investoren Dragoneer Investment Group und Lightspeed Venture Partners, wie ‌Helsing am Montag mitteilte. Daneben hätten neue und ‌bestehende Investoren wie Disruptive, Iconiq, Goldman ​Sachs, JPMorganChase und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments Geld gegeben. Die Mehrheit am Unternehmen bleibe aber in europäischer Hand, betonte Helsing.

Die Finanzierungsrunde wurde offenbar noch aufgestockt: Im Mai war in der «Financial Times» noch von ‌1,2 Milliarden Dollar die Rede. Die Nachfrage habe das verfügbare Volumen deutlich übertroffen, erklärte Helsing. «Das unterstreicht das hohe und wachsende Vertrauen in KI-gestützte und softwarebasierte Verteidigungstechnologie.» ​Bei der vorherigen Finanzierungsrunde war Helsing mit zwölf Milliarden ​Dollar bewertet worden. Insgesamt hat das Start-up ​seit seiner Gründung mehr als drei Milliarden Dollar eingesammelt.

Helsing ist vor allem für ‌die mit seiner KI-Technologie ausgerüsteten Kampfdrohnen bekannt, die in der Ukraine seit 2022 im Einsatz sind. Die zweite Generation der Drohnen will Helsing selbst ​produzieren. Zudem ​ist ein unbemanntes Kampfflugzeug ⁠in der Entwicklung, das in vier Jahren serienreif ​sein soll. «Mit der Series-E-Finanzierung ⁠beschleunigt Helsing seine Mission, vollständig neue KI-Plattformen zu entwickeln und in ‌die Verteidigungsfähigkeiten einer wachsenden Zahl von Partnerländern zu integrieren», hiess es in der Mitteilung.

Helsing hatte im vergangenen Jahr den schwäbischen Leichtflugzeugbauer ‌Grob Aircraft gekauft, um nicht nur Software und Künstliche ​Intelligenz (KI) für die Rüstungsindustrie liefern, sondern auch eigene Flugzeuge bauen zu können. 

(Reuters)