Die erste Jahreshälfte habe die Erwartungen des Marktes übertroffen, teilte das Unternehmen überraschend am Dienstagabend nach Börsenschluss mit. Für das zweite Halbjahr rechnet RWE zudem mit höheren Rohstoffpreisen und einem zusätzlichen positiven Ergebnisbeiträgen aus der aufgestockten Beteiligung an Amprion. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an.

Die RWE-Aktie kletterte am Mittwoch um gut zweieinhalb Prozent aufwärts. Die Kennziffern sähen stark aus und die Erhöhung der Unternehmensziele falle stärker aus als von Analysten gedacht, lobte ein Händler. Zudem erhöhten am Mittwoch mehrere Analysten ihre Kursziele.

Für das laufende Jahr erwartet das RWE-Management den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nun bei 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro, statt zuvor 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll nun bei 1,95 bis 2,45 Milliarden Euro liegen, nach 1,55 bis 2,05 Milliarden Euro zuvor.

Für Jefferies-Analyst Ahmed Farman liegt der Mehrwert bei den nach oben geschraubten Zielen vor allem in den höheren Rohstoffpreisen. Sie treiben insbesondere die Geschäfte von RWE mit Stromerzeugung durch Windenergie auf See an. Ausserdem wertete Farman positiv, dass der Dax -Konzern sein diesjähriges Ergebnisziel für den Handel mit Energie bestätigt hat.

Dies erleichterte auch JPMorgan-Experte Pavan Mahbubani. Er geht davon aus, dass die Stärke von RWE im Energiehandel die Bedenken von Investoren hinsichtlich Schwächen in vergleichbaren Geschäftsbereichen anderer Unternehmen zerstreuen dürfte. Diese Sorgen waren aufgekommen nachdem sich das britische Energieunternehmen Centrica vergangene Woche vorsichtig gezeigt hatte.

Für das kommende Jahr rechnet RWE insgesamt beim operativen Gewinn mit 6,7 bis 7,3 Milliarden Euro und damit an beiden Enden der Spanne mit einer halben Milliarde mehr als bisher. Beim bereinigten Nettoergebnis werden 2,2 bis 2,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, nach 1,9 bis 2,4 Milliarden Euro bislang.

Im ersten Halbjahr haben laut RWE insbesondere die Energieerzeugung durch Windräder an Land und mit Solaranlagen «ein ausserordentlich gutes Ergebnis erzielt». Gleiches galt demnach für den Handel mit Energie, sowie die sogenannte Flexible Erzeugung, in der der Konzern die Stromerzeugung aus Erdgas, Wasserkraft und Biomasse bündelt. Grund seien eine starke operative Performance und positive Einmaleffekte.

Das bereinigte operative Ergebnis stieg den Angaben zufolge um über 40 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 3,01 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis legte von 0,79 auf 1,26 Milliarden Euro zu. Die endgültigen Zahlen für die ersten sechs Monate will RWE am 13. August vorlegen.

(AWP)