Eine rasant wachsende Nachfrage nach KI-Anwendungen gibt Salesforce Rückenwind. «Es war ein herausragendes Quartal: Rekordumsätze, Rekord-Vertragsabschlüsse, Rekord-Mittelzuflüsse», sagte Marc Benioff, der Chef ‌des ⁠SAP-Rivalen, am Mittwoch. Der Ausblick des Softwarekonzerns für das laufende Quartal enttäuschte jedoch ⁠und gab der Furcht vor einer «SaaSpocalypse» neue Nahrung. Daraufhin büssten die Aktien im nachbörslichen Handel an ‌der Wall Street rund drei Prozent ein.

Unter «SaaSpocalypse» verstehen ‌Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware (Software-as-a-Service, SaaS) durch ​KI-Modelle. Einige Anleger befürchten, dass Unternehmen sich in Zukunft ihre Software für Buchhaltung oder Lagerverwaltung zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten von ChatGPT & Co programmieren lassen. Vor allem das Startup Anthropic hat in den vergangenen Monaten mit Zusatzmodulen ‌für seine KI «Claude» wiederholt für Unruhe gesorgt. Daher haben die Aktien von Unternehmen wie Salesforce oder SAP seit Anfang 2025 bis zu 50 Prozent ihres Wertes ​eingebüsst.

Salesforce rechnet im laufenden Quartal mit Umsätzen zwischen 11,27 und ​11,35 Milliarden Dollar. Analysten hatten bislang im Schnitt ​11,36 Milliarden vorhergesagt. Finanzchefin Robin Washington zufolge wird sich das Wachstum im zweiten Halbjahr 2026 ‌jedoch beschleunigen. Daher hebe sie das untere Ende des Zielkorridors für die Gesamtjahreserlöse leicht an. Sie rechne nun mit einer Spanne von 45,9 bis 46,2 statt ​45,8 ​bis 46,2 Milliarden Dollar.

Im ersten Quartal ⁠steigerte der US-Konzern seinen Gewinn überraschend deutlich um ​50 Prozent auf 3,88 ⁠Dollar je Aktie. Der Umsatz kletterte währungsbereinigt um zwölf Prozent und lag mit ‌11,1 Milliarden Dollar im Rahmen der Markterwartungen. Der Auftragseingang wuchs ähnlich stark auf 33,6 Milliarden Dollar. Der Wachstumstreiber des Unternehmens ist ‌die KI-Plattform «Agentforce». Deren jährlich wiederkehrende Umsätze verdreifachten sich. In absoluten ​Zahlen machen sie jedoch nur etwa zehn Prozent des Gesamtgeschäfts aus.

(Reuters)