Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung stellte am Donnerstag einen operativen Gewinn ‌von ‌20 Billionen Won (rund 13,8 Milliarden Euro) in Aussicht. Damit übertrifft das Unternehmen die durchschnittliche Analystenprognose von 18 Billionen Won und den bisherigen Rekordwert von 17,6 Billionen Won aus dem dritten Quartal ​2018. Der Umsatz soll den Angaben zufolge um ‌23 Prozent auf den Rekordwert von 93 ‌Billionen Won steigen.

Grund für den Gewinnsprung sind die stark gestiegenen Preise für Speicherchips. Durch den Bauboom bei Rechenzentren für KI übersteigt die Nachfrage nach diesen Halbleitern das Angebot bei Weitem. Nach Angaben des Branchendienstes TrendForce hat sich der Preis für ⁠Speicherchips vom Typ DDR5 im Jahresvergleich mehr als vervierfacht. Im laufenden Quartal sei mit weiteren Aufschlägen von 55 bis 60 Prozent zu rechnen.

Die Preissteigerungen bei Speicherchips belasten jedoch ​das Geschäft mit Smartphones. Analysten erwarten, dass die Margen der zweitwichtigsten ‌Konzernsparte unter den steigenden Bauteilkosten leiden. Samsung-Co-Chef TM ‍Roh sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine gewisse Auswirkung der steigenden Speicherpreise sei unvermeidlich. Er schloss Preiserhöhungen für Endprodukte ​nicht aus.

Besonders umkämpft ist der Markt für die besonders leistungsstarken HBM-Speicherchips (High-Bandwidth Memory), die in KI-Rechenzentren benötigt werden. Samsung hinkte in diesem Geschäftsfeld den Konkurrenten SK Hynix und Micron lange ‌hinterher. Dem Research-Haus Counterpoint zufolge beherrschte Hynix im ⁠vergangenen Jahr 53 Prozent des weltweiten HBM-Marktes, während Samsung ‌auf 35 Prozent und Micron auf elf Prozent kam.

Analysten zeigten sich für die Geschäftsentwicklung von Samsung optimistisch. Sie ‍gehen davon aus, dass das knappe Angebot an Speicherchips bis 2026 anhalten wird. Analyst Lee Min-hee vom Brokerhaus BNK Investments & Securities warnte jedoch ​vor überzogenem Optimismus. Die steigenden Preise für Speicherchips könnten die ‍Nachfrage nach PCs und Smartphones dämpfen. Detaillierte Geschäftszahlen will Samsung am 29. Januar vorlegen.