«Der Engpass wird sich 2027 im Vergleich zu diesem Jahr voraussichtlich weiter zuspitzen und 2028 anhalten», sagte der Chef der Speichersparte von Samsung, Jaejune Kim, am Donnerstag bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Angetrieben vom Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) erzielte die Halbleitersparte im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 89,2 Billionen Won (rund 54 Milliarden Euro) - ein Anstieg um mehr als das 250-Fache. Sie machte damit auch den Grossteil des Konzerngewinns von 89,5 Billionen Won aus, der höher lag als die Konzernergebnisse der letzten drei Jahre zusammengenommen.
Um die finanziellen Risiken der hohen Investitionen in das Speichergeschäft abzusichern, hat Samsung langfristige Lieferverträge mit den fünf grössten Rechenzentrumsbetreibern der Welt geschlossen. Man stehe kurz vor dem Abschluss solcher Vereinbarungen mit fünf weiteren Grosskunden, teilte der Konzern mit. Diese Verträge liefen über mindestens fünf Jahre, lasteten 60 bis 70 Prozent der Kapazitäten aus und beinhalteten Vorauszahlungen sowie Preisuntergrenzen.
Die stark gestiegenen Speicherpreise belasteten jedoch das Smartphone-Geschäft: Die Mobilfunksparte verbuchte mit einem Minus von 700 Milliarden Won erstmals in ihrer Geschichte einen Quartalsverlust. Die Samsung-Aktie legte in Seoul zunächst um bis zu acht Prozent zu, schloss dann jedoch 1,1 Prozent schwächer. Analysten lobten den Ausblick, der Sorgen über eine Abschwächung der KI-Investitionen dämpfte.
Bei den für KI-Prozessoren wichtigen Speicherchips mit hoher Bandbreite (HBM) will Samsung den Rückstand auf den heimischen Konkurrenten SK Hynix aufholen. Der Umsatz mit der neuesten Generation HBM4 solle sich im dritten Quartal mehr als verdreifachen, teilte Samsung mit. Auch das Geschäft mit der Auftragsfertigung (Foundry), in dem die Südkoreaner mit TSMC und Intel konkurrieren, stehe dank steigender Auslastung vor der Trendwende. Zudem liege der Bau der neuen Chipfabrik im texanischen Taylor im Zeitplan für eine Inbetriebnahme in diesem Jahr.
(Reuters)

