Die Eigenständigkeit bekommt der Generika-Spezialistin Sandoz sichtlich gut. Nachdem die ehemalige Novartis-Tochter im vergangenen Jahr die eigenen und die Analystenziele erfüllt hat, zeigt sich das Management für 2026 noch etwas optimistischer. Auch die Mittelfristziele haben die Basler weiter im Blick.
So setzte Sandoz 2025 11,1 Milliarden US-Dollar um, ein Plus von 7 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen lag das Plus bei 5 Prozent, womit die Generikaspezialistin das eigene Ziel von einem Wachstum zu konstanten Wechselkursen im mittleren einstelligen Prozentbereich erfüllt hat.
Von den beiden Sparten steuerte das Geschäft mit Generika 7,8 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz bei und ist damit zu konstanten Wechselkurse um 2 Prozent gewachsen. Die kleinere Biosimilar-Sparte setzte 3,3 Milliarden um (+13 Prozent) und steuerte damit 30 Prozent zum Konzernumsatz bei. «Ursprünglich war dieser Umsatzanteil erst für 2028 geplant - wir sind also im Plan voraus», stellte Finanzchef Remco Steenbergen während der Medienkonferenz am Mittwoch heraus. CEO Richard Saynor ergänzt, die «30 Prozent waren eher eine Orientierung als eine genaue Zahl.» Letztlich wolle Sandoz diese Entwicklung weiter beschleunigen.
'Goldenes Jahrzehnt' steht bevor
Auch was die Profitabilität betrifft, hat der Konzern seine Mittelfristziele klar im Blick. So will Sandoz 2028 eine Kern-EBITDA-Marge zwischen 24 und 26 Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr lag sie bei 21,7 Prozent nach 20,1 Prozent im Vorjahr. Für das bereits angelaufene 2026 stellt der Konzern einen Anstieg um etwa 100 Basispunkte in Aussicht bei einem gleichzeitigen Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Seinen Optimismus stützt Sandoz-Chef Saynor auf das bevorstehende «goldene Jahrzehnt», in dem eine Rekordzahl an Biologika-Patenten auslaufe, während sich auch die Regulierungen änderten.
Davon sollte die Generika-Spezialistin dank ihrer breiten und tiefgehenden Produktpipeline klar profitieren, zeigt sich der Unternehmenschef überzeugt. «Rund 600 Milliarden US-Dollar an Medikamentenpatenten laufen in den nächsten Jahren aus, davon decken wir derzeit etwa 60 Prozent ab.» Biosimilars machten davon in etwa die Hälfte aus.
Beide Standbeine wichtig
Auch mit seinen beiden Standbeinen - Generika und Biosimilars - sei Sandoz gut aufgestellt, um von den künftigen Trends zu profitieren, betont Saynor im Gespräch mit AWP Finanznachrichten. «Das Geschäft mit Generika als stabiler Cash-Generator ist auch weiterhin wichtig, da kleine Moleküle schnell und kostengünstig entwickelt werden können.» Biologika seien zwar teurer in der Entwicklung, böten aber langfristig höheren Wert. «Die Kombination beider Segmente sehen wir als unsere strategische Stärke.»
Während Sandoz zuletzt diverse Biosimilars auf den Markt gebracht hat, stellt der Unternehmenschef klar, dass 2027 und auch 2028 etwas ruhiger werden könnten, da in den Jahren weniger Arzneien ihren Patentschutz verlören. «Trotz dieser möglichen Verlangsamung sind wir überzeugt, unsere Mittelfristziele zu erreichen.»
Ein nicht quantifizierbarer Einflussfaktor könnten dabei auch die neuartigen Diabetes- und Abnehm-GLP1-Präparate sein, von denen die ersten Nachahmer womöglich noch 2026 auf den Markt kommen. Diverse Anbieter warten in Kanada und Brasilien darauf, dass ihre Zulassungsanträge abgesegnet werden. Bisher gebe es aber noch keine Freigabe. «Wir erwarten eine Einführung später in diesem Jahr», sagte Saynor.
(AWP)

