So bestätigte Sandoz die Marktzulassung für ein neues Semaglutid-Nachahmerprodukt in Brasilien, wie aus einer Mitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Die brasilianische Arzneimittelbehörde Anvisa hat demnach das Produkt Owozy zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. Das Präparat wird von Adalvo entwickelt und von Sandoz in Brasilien vermarktet. Der Marktstart ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant.

Durch diese Variante kann das Basler Unternehmen letztlich schneller in den Markt eintreten und muss nicht die gesamte Entwicklung allein finanzieren.

In Brasilien leben schätzungsweise mehr als 16,5 Millionen Menschen mit Diabetes. Der brasilianische Markt für GLP-1-Wirkstoffe, zu denen Semaglutid gehört, wird auf rund 1,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Keinen Einfluss auf 2026er Zahlen

Auf die Finanzprognose für 2026 hat die Zulassung laut Sandoz keinen Einfluss. Die erwartete Markteinführung in der zweiten Jahreshälfte entspreche den Erwartungen von Sandoz. Die mögliche Einführung in diesem Jahr werde keinen wesentlichen Beitrag zum Geschäft leisten.

Laut Sandoz gehört Owozy zu den ersten neuen Semaglutid-Behandlungsoptionen, die in Brasilien zugelassen wurden. Gerade im Generika-Markt ist es wichtig, als einer der ersten Anbieter mit den neuen - zumeist viel günstigeren - Präparaten auf den Markt zu kommen, um in der ersten Lancierungswelle möglichst viele Marktanteile zu sichern.

Neben Brasilien gehört Kanada zu den ersten Ländern, in denen die Patente für GLP-1-Blockbuster auslaufen - allerdings zunächst nur in der Indikation Diabetes. Für Unternehmen wie Sandoz bietet dies dennoch eine Chance, erste Erfahrungen und auch Marktanteile zu sammeln.

Mit der aktuellen Mitteilung setzt Sandoz seine GLP-1-STrategie weiter konsequent um. Erst Ende Juni hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA zwei Zulassungsanträge für generische Versionen des Wirkstoffs Tirzepatid angenommen hat, der Wirkstoff für Eli Lillys Blockbuster Mounjaro und Zepbound.

Am Markt wird die Nachricht gut aufgenommen. Die Aktien weiteten zunächst ihre Gewinne bis auf ein Tageshoch bei 67,44 Franken aus. Aktuell kosten sie 66,94 Franken (+2,9 Prozent).

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(AWP)