Der Umsatz ging um 6,8 Prozent auf 15,3 Milliarden Schweizer Franken zurück, teilte das Pharmaunternehmen am Mittwoch mit. Die Konsensschätzung von 14,9 Milliarden Franken wurde damit übertroffen. Die Verkäufe des Augenmedikaments Vabysmo und des verschreibungspflichtigen Grippemittels Xofluza übertrafen die Erwartungen, ebenso wie die Verkäufe in Japan. Der Umsatz von Vabysmo betrug 432 Millionen Franken, verglichen mit einer durchschnittlichen Analystenschätzung von 358 Millionen Franken. Das Krebsmedikament Tecentriq blieb leicht hinter den Erwartungen zurück. 

Wegbrechende Covid-Umsätze und auslaufende Patente

Trotz Zahlen im erwarteten Bereich brechen bei den Analysten keine Begeisterungsstürme aus. "Insgesamt ein gutes Quartal für Pharma, wenngleich der Unterschied versus Konsensus 2 Prozent durch Ronapreve (C19-Behandlung) getrieben ist", begründet Marcel Brand, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. "Diagnostics-Base-Business wohl nahe am Konsensus, Guidance ohne jegliche Änderung. Insgesamt sollte der Aktienkurs nach der schlechten Performance etwas zulegen", so Brand. Die ZKB stuft die Aktie weiterhin mit Übergewichten ein und einer erwarteten Relativperformance von 6 Prozent.  

Etwas zurückhaltender zeigt sich Mirabaud Securities und begründet dies mit der vorsichtigen Guidance von Roche. "Abgesehen vom starken Umsatzrückgang im Zusammenhang mit Covid-19 erwartet das Management von Roche weiterhin ein solides zugrunde liegendes Umsatzwachstum in den beiden Divisionen Pharma und Diagnostik" und verweist auf den coronabedingten Umsatzrückgang von 5 Milliarden Franken sowie den erwarteten Umsatzrückgang von 1,6 Milliarden Franken mit Blick auf die Nachahmerprodukte für die altgedienten Blockbuster Avastin, Herceptin und Rituxan. 

Langer Weg zurück auf die Erfolgsstrasse

Roche wird auch für dieses Jahr einen leicht rückläufigen Umsatz und Gewinn ausweisen. Ein Blick zurück auf die Kurszielprognosen von JP Morgan über die letzten drei Jahre zeigt, wie steinig der Weg von Roche zurück an die Spitze sein dürfte. Im April 2020 wurde die Aktie von der US-Investmentbank noch mit Overweight und einem Kursziel von 400 Franken eingestuft. Im Januar 2021 wurde das Rating dann auf Neutral runtergefahren und dort bis Anfang diesen Jahres belassen. Zwischenzeitlich ging es mit dem Kursziel hoch und runter, ehe die Analysten um Richard Vosser noch einmal den Rotstift ansetzten, das Rating auf Underweight senkten und dem Pharmatitel ein Kursziel von 275 Franken verpassten. 

Die Kursperformance von Roche kann über die letzten 10 Jahre als enttäuschend bezeichnet werden - magere 18 Prozent legte die Aktie zu. In der gleichen Periode stieg der SMI-Index um 44 Prozent, die Valoren des lokalen Konkurrenten Novartis um 51 Prozent.

Und auch von den aktuellen Quartalsresultaten zeigt sich der Markt nicht wirklich erfreut. Roche verlieren im Vormittagshandel an der Schweizer Börse 1,3 Prozent. 

Ein Lichtblick ist immerhin, dass die Dividende bei Roche in den nächsten Jahren weiter steigen dürfte. Die ZKB erwartet, dass die Dividende von 9,50 Franken auf 9,70 Franken und im Folgejahr noch einmal um 20 Rappen auf 9,90 Franken angehoben wird. Das ergäbe mittelfristig beim heutigen Kurs eine anständige Dividendenrendite von 3,56 Prozent.