Laut Rick Wurster, CEO von Charles Schwab, ist es eine neue Generation von Anlegern, die bei jedem Kursrückgang US-Aktien kauft. Jüngere Anleger, insbesondere Angehörige der Generation Z, steigen früher in den Markt ein und handeln aktiver als andere Altersgruppen, sagte er in einem Interview mit Bloomberg.
Diese Kohorte beginnt mit etwa 45 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit vor dem 21. Lebensjahr mit dem Investieren als Millennials im gleichen Alter, was laut Wurster zu einem starken Anstieg der Handelsaktivität auf der Schwab-Plattform beiträgt.
«Wir haben beobachtet, dass sich jüngere Anleger stark am Markt engagieren», sagte der CEO. «Wir sind das Finanzunternehmen mit den meisten Followern auf YouTube und verzeichnen eine hohe Reichweite auf TikTok und Instagram.»
Rund 33 Prozent der neuen Privatkunden, die sich für Schwab entscheiden, sind unter 30 Jahre alt, während jeder sechste neue Privatkunde unter 24 Jahre alt ist. Sie schliessen sich einer Gruppe von Käufern an, die Kursrückgänge nutzen und sich bisher von einer Reihe von Marktturbulenzen weitgehend unbeeindruckt gezeigt haben.
Der Krieg im Nahen Osten, die schwankenden Ölpreise und die schwachen US-Arbeitsmarktdaten haben die Anleger in der vergangenen Woche verunsichert. Daten der Bank of America, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigten historische Zuflüsse in Einzelaktien von institutionellen und privaten Anlegern: Sie investierten in der vergangenen Woche netto 6,1 Milliarden US-Dollar, während der S&P 500 Index im Fünf-Tage-Zeitraum um 2 Prozent fiel. Privatanleger sind zu einer wichtigen Quelle der Stabilität geworden, da ihr Einfluss auf die Wall Street wächst.
«Privatanleger haben gelernt, sich nicht von den Marktturbulenzen ablenken zu lassen», sagte Wurster am Rande der Future Proof Wealth Management Conference in Miami Beach. «Sie sehen das grosse Ganze.» Schwab meldete im vierten Quartal einen deutlichen Anstieg des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens, da Privatanleger die Gelegenheit nutzten, vom starken Börsenjahr zu profitieren.
Laut Wurster könnten die jüngsten Käufe nachlassen, wenn sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten verschlechtern, insbesondere wenn die Inflation wieder anzieht oder der Arbeitsmarkt so weit einbricht, dass die Anleiherenditen steigen und die Aktienbewertungen unter Druck geraten. Geopolitische Turbulenzen hingegen haben sich in der Vergangenheit als weniger schädlich für die Märkte erwiesen.
«Wenn sich etwas in der Wirtschaft ändert – sei es auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Inflation –, könnte das zu Störungen führen», sagte Wurster. Doch derzeit bleibt die Wirtschaft stabil, die Unternehmensgewinne sind stark und der Arbeitsmarkt solide, wenn auch nicht mehr im Boom.
(Bloomberg)
