Die Aktien von Qualcomm  ‌gaben ⁠am Mittwoch im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent nach. Qualcomm rechnet ⁠für das laufende Vierteljahr mit einem bereinigten Gewinn zwischen 2,05 und 2,25 Dollar ‌je Aktie. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt ‌2,36 Dollar erwartet. Als Gründe nannte ​der Konzern gestiegene Kosten in der gesamten Lieferkette sowie einen stärker als erwarteten Umsatzrückgang mit Produkten von Apple aufgrund von Lieferengpässen.

Um die Margen wieder auf das gewohnte Niveau zu heben, plane Qualcomm ab dem 1. ‌September Preiserhöhungen, sagte Konzernchef Cristiano Amon der Nachrichtenagentur Reuters. «Wir geben lediglich die erheblichen Kostensteigerungen weiter, die wir verzeichnen.» Der Anteil von Qualcomm-Komponenten beim nächsten iPhone werde ​wegen der Lieferengpässe deutlich unter die bisher geschätzten 20 ​Prozent fallen. Im abgelaufenen dritten Quartal sank ​der Umsatz in der für Smartphones zuständigen Handset-Sparte um 20 Prozent auf 5,09 Milliarden ‌Dollar. Der gesamte Konzernumsatz fiel um vier Prozent auf 9,95 Milliarden Dollar, übertraf damit jedoch die Erwartungen. Der bereinigte Gewinn verfehlte mit 2,21 Dollar ​je ​Aktie die Prognosen von 2,23 Dollar ⁠knapp.

Angesichts der Schwäche im Smartphone-Markt treibt Qualcomm die ​Expansion in das ⁠Geschäft mit Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) voran. Bis zum Geschäftsjahr 2027 ‌peilt das Unternehmen hier einen Umsatz von fünf Milliarden Dollar an. «Wir haben Apple quasi durch Rechenzentren ersetzt», erklärte Amon. Analyst ‌Jay Goldberg von Seaport kritisierte, Qualcomm habe durch die ​Diversifizierung den Fokus auf sein Kerngeschäft mit Mobiltelefonen verloren.

(Reuters)