Die Investmentbank Goldman Sachs hat den Gewinn im ersten Quartal unerwartet stark gesteigert und damit den Ton für die Berichtssaison in ‌den ⁠USA gesetzt. Die Bank profitierte dabei von der anhaltend hohen Zahl von Fusionen und Übernahmen, ⁠bei denen sie als Berater traditionell stark ist, sowie von starken Schwankungen an den Märkten, die die ‌Kunden im Aktien- und im Derivatehandel aktiver werden lassen. ‌

Der Gewinn nach Anteilen Dritter schnellte ​von Januar bis März auf 5,4 Milliarden Dollar nach 4,58 Milliarden ein Jahr zuvor. Die Erträge lagen mit 17,2 Milliarden Dollar ebenso über den Erwartungen der Analysten wie der Gewinn je Aktie. Trotzdem fielen Goldman-Aktien vorbörslich um 2,5 Prozent und zogen die Papiere ‌des Rivalen Morgan Stanley mit nach unten. Das ist vorwiegend auf das lahmende Geschäft mit Commodities und festverzinslichen Wertpapieren zurückzuführen. 

«Die geopolitische Landschaft bleibt sehr komplex - ein diszipliniertes Risikomanagement bleibt deshalb für uns der Kern dessen, wie wir arbeiten», erklärte Vorstandschef David Solomon. Im ​ersten Quartal stellte Goldman Sachs 315 Millionen Dollar für faule ​Kredite zurück.

Die Erträge im Aktienhandel und in ​der Finanzierung sprangen im ersten Quartal um 27 Prozent auf den Rekordwert von 5,33 Milliarden Dollar, während ‌das Geschäft mit festverzinslichen Papieren, Währungen und Rohstoffen um zehn Prozent nachgab. In Zeiten grosser Schwankungen an den Märkten müssen sich mehr Kunden dagegen mit Hedging absichern oder bauen ​ihre ​Portfolien um.

Das weltweite Geschäft mit Fusionen und ⁠Übernahmen wird bisher vom Krieg im Iran nicht gebremst. ​Das schlägt sich auch beim ⁠globalen Marktführer Goldman Sachs nieder, wo die Erträge im Investmentbanking um 48 Prozent ‌auf 2,84 Milliarden Dollar stiegen. Goldman-Sachs-Banker hatten bei einigen der grössten Übernahmen beraten, etwa beim 65 Milliarden Dollar schweren Verkauf der Lebensmittel-Sparte von Unilever ‌an den US-Rivalen McCormick. Die grossen Börsengänge von Firmen wie SpaceX, OpenAI ​und Anthropic, die noch in diesem Jahr erwartet werden, könnten das Transaktionsgeschäft weiter beflügeln.

(Reuters)