Über Vertragsverhandlungen mit Herstellern aus Frankreich, Israel und Südkorea für ein zweites bodengestütztes Luftverteidigungssystem entschied der Bundesrat am Mittwoch. Das zusätzliche System neben dem US-System Patriot soll den Schutz vor Angriffen aus der Distanz rasch stärken und die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter verringern. Die bis Ende Mai erhaltenen Informationen zeigten, dass die Systeme dieser Hersteller die militärischen Anforderungen erfüllten und im Kosten-Nutzen-Verhältnis am besten abschnitten, teilte der Bundesrat mit. Die Namen der Produkte und der Hersteller wurden nicht bekannt gegeben.
Das Bundesamt für Rüstung hatte im Mai 2026 erklärt, Rückmeldungen von fünf Anbietern eines solchen Systems aus Deutschland, Frankreich, Israel und Südkorea zu erwarten. Deutschland befindet sich nun nicht mehr auf der Liste. Der künftige Hersteller des zweiten Systems soll kritische Teile mittelfristig in der Schweiz oder Europa fertigen.
Die Schweiz nehme die ausgesetzten Zahlungen für das US-Luftverteidigungssystem Patriot wieder auf. Der Bundesrat wolle damit Verzögerungen und Mehrkosten minimieren sowie andere Rüstungsgeschäfte mit den USA wie den Kauf des Kampfflugzeugs F-35A sichern. Die USA hatten die Auslieferung von Patriot-Systemen zugunsten der Ukraine umpriorisiert. Ein Abbruch der Beschaffung sei für die Schweizer Regierung wegen der verschlechterten Sicherheitslage jedoch keine Option.
(Reuters)

