Die Aktie von ABB gewann in dieser Handelswoche bislang 8,5 Prozent dazu. Das ist der höchste Wochenzuwachs unter allen 20 Aktien des Swiss Market Index, der im selben Zeitraum 1,9 Prozent wuchs. 

ABB profitierte somit am meisten von der Waffenruhe am Golf, die in der Nacht auf Mittwoch ausgerufen wurde. Infolgedessen steigt der SMI am Freitag den dritten Tag in Folge. Die Waffenruhe ist allerdings brüchig. Die Kriegsparteien streiten noch vor dem geplanten Beginn von Verhandlungen in Pakistan zu einer dauerhaften Beilegung des Konflikts um die Öffnung der Strasse von Hormus und die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon.

Mit dem derzeitigen Stand von 71,42 Franken hat die ABB-Aktie nicht bloss die «Kriegs-Delle» ausgewetzt. Sie befindet sich nun auch fast wieder auf dem Rekordniveau, das Ende Februar bei 71,82 Franken erreicht wurde.

ABB ist nicht nur die beste Aktie der Woche im SMI, sondern auch die beste SMI-Aktie seit Anfang Jahr, dies mit einem Plus von 21 Prozent (SMI: minus 0,2 Prozent im selben Zeitraum). Man kann sich also durchaus fragen, ob bei der Aktie nicht schon zu viel Positives eingepreist ist - angesichts der Unabwägbarkeiten als Folge des Iran-Krieges wie etwa Zinserhöhungen.

Ein Blick auf die Analysteneinschätzungen nährt diese Zweifel. Die 35 Analysten, welche bei Bloomberg in den letzten drei Monaten mit Urteilen zur Aktie erfasst wurden, haben im Schnitt ein Kursziel von 66,70 Franken für die ABB-Aktie. Das ergibt ein Abwärtspotenzial von fast 7 Prozent mit Sicht auf zwölf Monate.

Im Swiss Market Index konnten diese Woche auch Richemont (plus 8,3 Prozent diese Woche), Holcim (5,2 Prozent), Sika (plus 4,8) sowie Geberit und Amrize (je plus 4 Prozent) von der Waffenruhe am Golf profitieren. Am SMI-Schluss befindet sich Zurich mit 4 Prozent minus, was sich allerdings mit dem Dividendenabschlag vom Freitag erklären lässt.

Am breiten Markt hat die Aktie von R&S mit 21 Prozent die beste Wochenperformance. Der Transformatorenhersteller bestätigte anlässlich der Publikation des Jahresberichts den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Die Aktien von AMS Osram (plus 18 Prozent) profitierten von einer UBS-Studie. Eine schlechte Woche hatten dagegen die Titel von Lindt&Sprüngli (minus 4 Prozent) sowie Softwareone (minus 6 Prozent).

Daniel Hügli
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