Die Aktionäre von Alcon können mit einem Kursgewinn von 3,6 Prozent auf eine erfolgreiche Börsenwoche zurückblicken. Damit ist Alcon auch die beste Aktie des Swiss Market Index in der ablaufenden Woche. Alcon ist eine der weniger beachteten Aktien im SMI. Der Konzern legt kaum Wert auf Aussenwirkung.
Bei den am Dienstag nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen vermochte Alcon zu überzeugen. So stieg der Umsatz im vierten Quartal in Lokalwährung um 7,0 Prozent und übertraf die von der Zürcher Kantonalbank erwarteten 6,8 Prozent. Dank der neuen Produkteinführungen erwartet der Augenheilmittel-Konzern im Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzwachstum in Lokalwährung von 5 bis 7 Prozent.
Besonders optimistisch ist Sandra Dietschy, Analystin bei Octavian. Sie senkte am Donnerstag das Kursziel für Alcon zwar auf 82 von 88 Franken, bestätigte aber die Einstufung «Buy». Der Augenheilkundespezialist habe sein Versprechen, das Wachstum im vierten Quartal 2025 durch die Einführung neuer Produkte zu beschleunigen, eingehalten, schrieb sie und wies gleichzeitig auf den vorsichtigen Ausblick. Die zugrunde liegende Annahme für das Marktwachstum 2026 von 3 bis 4 Prozent steht jedoch unter dem historischen Durchschnitt von etwa 5 Prozent, so dass Spielraum für Aufwärtspotenzial bleibe, wenn sich die jüngste sequenzielle Marktverbesserung fortsetze.
Daniel Jelovcan, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), empfiehlt den Titel ebenfalls weiter mit «Übergewichten». Er sieht ein Aufwärtspotenzial von 15 Prozent im Vergleich zum SMI. Die Wachstumsbeschleunigung im Implantat-Segment stimmt den ZKB-Experten trotz des starken Konkurrenzkampfes durch Johnson&Johnson zuversichtlich. Positiv seien ebenfalls die hohen Margenambitionen.
Im Vergleich zu anderen SMI-Titeln zeigt sich eine grosse Mehrheit der Experten zuversichtlich. Dreizehn Ratings «Kaufen» stehen vier «Halten» und ein «Verkaufen» gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 77,6 Franken.
Negativ eingestellt ist hingegen der Analyst von Bank of America, welcher Ende Dezember das Rating für Alcon auf «Underperform» von «Buy» reduzierte. Gleichzeitig senkte der Analyst das Kursziel auf 60 von 80 Franken und hat dieses seither unverändert gelassen. Gegenüber den am Freitag bezahlten Kursen entspricht dies einem Abwärtspotenzial von 10 Prozent.
Seit Abspaltung von Novartis kein Börsenerfolg
Die Valoren von Sandoz haben sich seit der Abspaltung von Novartis vor 28 Monaten über Erwarten positiv entwickelt, mit einem Kursgewinn von 174 Prozent. Beim Blick in den Rückspiegel können die Anlegerinnen und Anleger mit Alcon hingegen nicht zufrieden sein. Seit der Abspaltung von Novartis vor fast sechs Jahren hinkt der Wert mit einer annualisierten Rendite von 3,2 Prozent dem Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) mit einem Plus von 8,8 Prozent deutlich hinterher.
Immerhin besteht mit dem eher konservativen Ausblick eine Chance, die gesteckten Ziele im laufenden Jahr zu übertreffen. Es ist zu hoffen, dass das Management im laufenden Jahr nicht wieder mit einer Gewinnwarnung wie im Sommer 2025 aufwarten muss. Zudem steht die aktuelle Unternehmensbewertung weiteren Kursavancen nicht im Wege, wie die Experten des US-Vermögensverwalters Ameriprise Financial betonen.
Die Bewertungskennzahlen haben sich jüngst etwas abgeschwächt, so Ameriprise. Die Aktien werden mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 24x gehandelt, was einen Abschlag gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt des erwarteten KGV von 28x darstellt. Das liege über demjenigen des Konkurrenten Bausch + Lomb, (22x) oder der Cooper Companies (18x)
Die Aktien werden auch mit einem Aufschlag gegenüber dem erwarteten KGV des «MSCI World ex-US Healthcare Index» von 21x gehandelt. Die Analysten von Ameriprise gehen dabei davon aus, dass die höhere Bewertung gegenüber vergleichbaren Unternehmen und dem Benchmark die besseren Wachstumschancen aufgrund neuer Produkteinführungen und einer attraktiven Produktpipeline widerspiegeln. Entsprechend sollten die Alcon-Aktien künftig neu bewertet werden, getrieben durch einen stabilen und wachsenden Zielmarkt sowie langfristige Megatrends.

