Die Aktie von Logitech verliert in der ersten Handelswoche 2026 rund 6 Prozent und steht damit ganz am Schluss des Swiss Market Index (SMI). Damit setzt sich die Schwächephase des Computerzubehörherstellers an der Börse im neuen Jahr fort.

Denn bereits in den letzten zwei Handelswochen 2025 ging es für Logitech bergab. In den letzten 17 Handelstagen resultieren nur 4 Sitzungen mit einem positiven Saldo. Die Aktie fiel von einem Stand von rund 96 Franken auf derzeit etwas über 77 Franken. Das ist ein Fünf-Monate-Tief.

Dabei war Logitech einer der SMI-Überflieger im Börsenjahr 2025, wenn auch nicht in der Schlussabrechnung Ende Dezember, wo noch ein Plus von 9 Prozent resultierte. Aber die Aktie hatte sich zwischen April nach den Wirren des Trump'schen «Liberation Day» und Mitte Dezember im Wert beinahe verdoppelt.

Nicht bloss Gewinnmitnahmen bei Logitech

Nun sind Schwankungen bei der Logitech-Aktie nichts Aussergewöhnliches. Sie bewegen sich «stimmungsmässig» oft auf der gleichen Linie wie grosse US-Technologieaktien. 

Es waren auch nicht bloss die oft zitierten Gewinnmitnahmen von Investoren bei einer stark gestiegenen Aktie, welche zum Stimmungsumschwung bei Logitech führten. Ein Analyst der UBS rechnet etwa mit einem Rückgang der PC-Stückzahlen im laufenden Jahr um 4 Prozent, was er auf steigende Halbleiterpreise und höhere Gerätepreise zurückführt, wie er diese Woche in einem Bericht schrieb. Das träfe natürlich auch Logitech als Peripheriegeräte-Produzent.

Eine Expertin von Exane BNP Paribas stufte die Logitech-Aktie diese Woche zudem auf «Neutral» von zuvor «Kaufen» zurück. Sie selber sieht mögliche Umsatzeinbussen bei Peripheriegeräten und Gaming-Produkten wegen erhöhter Speicherpreise. Die Analystin geht davon aus, dass sich erste Anzeichen einer nachlassenden Endkundennachfrage bereits im ersten Quartal zeigen könnten. Sie erwartet aber, dass die Auswirkungen erst im zweiten Quartal deutlicher sichtbar werden.

Für die Zahlen des dritten Quartals, die am 27. Januar veröffentlicht werden, erwartet Exane BNP Paribas jedoch Anhaltspunkte eines starken Weihnachtsgeschäftes und eines einträglichen Black Friday sowie potenzielle Last-Minute-Käufe vor den Preiserhöhungen der PC-Hersteller.

Logitech-Chefin Hanneke Faber schliesst weitere Preiserhöhungen aus

Logitech-Chefin Hanneke Faber, seit etwas mehr als zwei Jahren im Amt, hat ihrerseits weitere Preiserhöhungen beim Computerzubehör-Hersteller ausgeschlossen, wie sie in einem Bloomberg-Interview im Dezember sagte. «Die Tatsache, dass wir nun eine widerstandsfähige Lieferkette mit China plus fünf weiteren Ländern haben, hat uns wirklich geholfen», sagte Faber.

Wegen der eingeschränkten Visibilität des Geschäftsganges stuft Exane BNP Paribas die Logitech-Aktie - wie die UBS - mit «Neutral» ein. Langfristig sieht Exane BNP Paribas Logitech aber weiterhin positiv.

Das sieht auch das Gros der Analysten so. Der Konsens bei den Kurszielen liegt bei über 98 Franken, was einem Aufwärtspotenzial von 27 Prozent entspricht. Allerdings könnten einige Analysten angesichts des deutlichen Logitech-Kursrückganges der letzten drei Wochen wie Exane BNP Paribas zur Tat schreiten und ihrerseits Ratings und Kursziele senken.

Daniel Hügli
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