Die Valoren des Bauzulieferers Sika melden sich nach einer Durststrecke, geprägt von negativen Nachrichten, kursmässig zurück. Der Titel findet sich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr am Tabellenende, sondern an der Spitze des SMI im Wochenvergleich wieder. In den letzten fünf Tagen zog der Titel um 10,6 Prozent an, auf vier Wochen resultiert gar ein Plus von 19,2 Prozent.
Vor den Quartalszahlen am Dienstag dieser Woche hatte die Sika-Aktie seit Jahresbeginn erneut über 20 Prozent verloren. Schon 2024 (minus 21 Prozent) und 2025 (minus 24 Prozent) fiel die Aktie deutlich.
Die vorgelegten Zahlen für das erste Quartal fielen zwar wie erwartet schwach aus. Sika leidet weiter unter dem starken Franken und einer Flaute im chinesischen Bausektor. Da die Markterwartungen bereits am unteren Ende des Zielkorridors lagen, kam die Kursreaktion nicht aus heiterem Himmel.
Sika konnte für das Geschäftsjahr 2026, trotz anhaltender Marktunsicherheit, dennoch einen zuversichtlichen Ausblick vorlegen, betont der Vontobel-Experte Mark Diethelm. Angesichts der Rendite auf dem freien Cashflow von 7 Prozent erachtet er die Bewertung als attraktiv und bestätigt das Rating «Buy» und ein Kursziel von 220 Franken.
Die freundlich aufgenommenen Zahlen sind auch den hinzugewonnenen Marktanteilen geschuldet. Dem Baustoffhersteller aus Baar gelang es im ersten Quartal, der Konkurrenz in allen Regionen Marktanteile abzujagen - mehr dazu hier.
Es bleiben weitere Hausaufgaben
Die US-Investmentbank Jefferies erhöhte das Kursziel für Sika dagegen nur bescheiden auf 181 von 180 Franken und bestätigte die Einstufung «Buy». Nach einem erneut «soliden» Quartalsupdate sieht deren Analystin Priyal Woolf den Bauchemiekonzern auf einem verbesserten Kurs, auch wenn weitere Herausforderungen bestehen bleiben.
Entscheidend sei nun, dass das Unternehmen die positive Entwicklung im zweiten Quartal fortsetzen könne, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, so die Expertin von Jefferies. Belasten könnten dabei aber unter anderem eine weiterhin schwierige Entwicklung in China sowie mögliche Auswirkungen des Nahostkonflikts. Angesichts der derzeit vergleichsweise niedrigen Bewertung sieht sie jedoch Potenzial für eine Wiederbelebung des Anlegerinteresses.
Gemäss AWP-Analyser stufen elf Experten den Titel mit «Kaufen», sieben mit «Halten» und zwei mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 187 Franken.
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